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Digital South

»Soul of king«

[Boxer Recordings / Groove Attack]

Text: Thomas Venker, Thomas Venker

Remixer. Die Hintertür der Verkaufscharts. Da muss der Act nicht unbedingt bekannt sein. Dank Michael Mayer wurde Frank Martiniqs Debüt-Maxi zum Seller. Und diesmal, rotz as rotz can be, haben sich die Kölner Boxer-Recordings-Jungs Mathias Schaffhäuser gesichert. Glückliches Händchen, denn Mr. „Hey Little Girl“ ist ja jetzt so was wie ein Verkaufsargument in der „Club Rotation“-Welt geworden – und hat auch in Indie-Elektronik noch immer einen guten Namen. Hand angelegt hat er an „No Good“, und zwar auf der Vorabauskopplung „Spring“ von Christian Althaus’ neuem, hier verhandelten Album.

Angenehm weit nach hinten gelegt hat er den Track, wie unter einen Staubfilter, aus dem nur ab und an ein Hauch von Sonne heraussticht. Daneben gibt es mit „Spring“ und „My Love“ noch zwei Album-Tracks. Wer auf dieses alte Namensspiel steht, könnte Althaus von seinem Flexon-Projekt kennen. Oder von der 1999 unter Digital South auf Sähkö veröffentlichten EP „Golden Area“. Ansonsten gilt es, sich auf was Neues einzulassen. Sollte man sich im Leben bewahren, diese Offenheit. Lohnt sich nicht immer, aber doch mit geiler Regelmäßigkeit. Im Fall von Digital South stoßt ihr auf ein ordentlich nach vorne produziertes Techhouse-Album, das an Vocals nicht geizt. Hier regiert der Größenwahn in Hochpotenz. Während Bassdrum und HiHat ihren üblichen Freundschafts-Kampf austragen, grätschen jede Menge weirde Soundscapes und Samples rein und befördern das Album weit über die Enge des Genres hinaus. Ein heldenhaft unerschrockener Crossover aus Dub, House, Techno und Industrial. Nichts mit versteckter Minimalparty. Hier tritt einer an, der die ganze Aufmerksamkeit will. Und ich kann nur sagen: Meinen Segen hat der Kerl. Schon lange nicht mehr so frech-forsch belästigt worden wie von ihm. Dieser Alles-ist-möglich-Sound hat etwas von einem ungebetenen, aber dann doch gerne hereingelassenen Gast. Da lässt sich selbst Kollege Volkmann zu einem Statement herab: „Was ist das denn für eine hochinteressante Platte? Sehr originell.“ Und wenn wir schon zwei Meinungen publiziert haben, können wir auch noch eine dritte nachschieben: Der Künstler selbst nennt es Dub-Tech-Lava, was er da so durch die Hallkammern jagt.



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