BEWERTEN
 

Sven Väth

»Fire«

[Virgin / VÖ: 22.03.2002 ]

Text: Eric Leimann, Eric Leimann

Die Aktivisten des Techno-Kulturbetriebs schätzen Sven Väth eher als Brückenbauer und Medium einer Bewegung. Die Party-Crowd verehrt ihn als DJ-Ikone und hardest working man im Business hinter den Decks. Seine Alben hauten hingegen kaum jemanden so richtig vom Hocker. Seien es die frühen Konzept-Schinken in Trance („An Accident In Paradise“, „The Harlequin“) oder spätere Andockmanöver an die Genregrenzen elektronischer Musik („Fusion“). Solide war sie, die Musik - mehr nicht. Auf seinem fünften Soloalbum ist der Frankfurter nun vielleicht näher bei sich als jemals zuvor, denn es ist ein Album zum Feiern. Dedicated to all clubs – lautet die vom DJ-Star selbst propagierte Losung.

Wie immer hat der Nicht-Produzent Väth versierten Sound-Architekten seine Visionen geflüstert. Diesmal waren dies Roman Flügel und Jörn Elling Wuttke (Alter Ego, Sensorama) sowie Anthony Rother. Letzterer steht für die wenigen Elektro-Tracks des Albums. Der Rest ist derbe rockender Tanzboden-Techno. Man hört förmlich das Kondenswasser von der Bunkerdecke tropfen, und eine unsichtbare Kraft zieht die Hände in die Luft. Ehrlicher Schweiß. Für popkulturelle Nerds mag dies wie Retro klingen, für die tanzende Crowd ist dieser Sound niemals weg gewesen. Und Väth wäre nicht Väth, wenn ihm die Erstgenannten nicht am Arsch vorbeigingen.



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