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»Sounds from the Verve Hi-Fi. Compiled by Thievery Corporation«

[Verve / Universal Jazz]

Text: Burkhard Welz, Burkhard Welz

Gibt es ihn doch, den perfekten Sound für die jeweilige Umgebung? Wenn ja, dann haben Eric Hilton und Rob Garza von Thievery Corporation diese Stilkunde perfektioniert. In ihrer abgehangenen Eighteenth Street Lounge (Cocktailbar, Club und Label) wurde der Stil mit feinen Cocktailstrohhalmen sozusagen aufgesogen. Das Ergebnis kann man nicht nur auf ihrem letzten Album, sondern auch auf den Zusammenstellungen ihrer Lounge-Posse überprüfen. Die Roots und Inspirationen der zwei lassen sich demnach auch an einer Hand abzählen: Jazz, Bossa/Latin, Asian Shanti & Obskuritäten, Reggae und Filmmusik. Nachdem sie auf ihrem eigenen Label unlängst “Best Of Easy Tempo” mit italienischer Soundtrackmusik veröffentlicht haben, hat nun das akquirierte Verve-Label die beiden in seine Schatzkammern gelassen.

Da freut sich das Sammlerherz und auch die Stilpolizei. Die beiden wissen: Für ein sensitives Hörerlebnis mit allem Drum & Dran ist das Erscheinungsbild gleichermaßen wichtig. Nicht umsonst schickte man an die Redaktionen ein Vorab-Band mit original Bandmaschine aus den Sechzigern. Auch ein Hinweis an die Plattenkonzerne: Das Auge trinkt/isst/hört mit. Und was man hier zu hören bekommt, lässt sich zwischen Gimlet und Margarita vortrefflich einverleiben. Das großartige “Menina Flor” von Stan Getz und Luiz Bonfá führt uns in eine Welt, in der die Martinis noch trocken waren, der Bossa noch frisch und die Bars noch verqualmt, und das Saxofon noch den Inbegriff der Coolness darstellte. Unwillkürlich möchte man das Kratzen der Nadel hören, das Knistern der Plattenhülle. Viel Bossa: Elis Regina, Sergio Mendes, Jimmy Smith (mit Wes Montgomery) oder Astrud Gilberto mit einer Rarität, ihrer Version von “Light My Fire”, und ebenso Rares und nicht auf CD Erhältliches von Kenyon Hopkins (“Hard Latin”), Richie Havens (“Something Else Again”) oder den Jazz Renegades (“Do It The Hard Way”). Letztere hatten den Drummer von Style Council für sich gewinnen können und vermischten Swing mit Cool Jazz. Und so was gefällt nicht nur Robbie Williams.



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