BEWERTEN
 

Bad Religion

»The Process Of Believe«

[Epitaph / Connected]

Text: linus volkmann, linus volkmann

Wird eine Bad-Religion-Platte kommuniziert, existiert bereits ein ziemlich schwerwiegender Kanon, der auch noch recht hat. Und dem man wieder und wieder Genüge tun muss. Erstens werden die ehrenwerten Herrenjungs von Bad Religion (hier endlich wieder mit dem vom Dave-Gahan’esken Stardom-Drogenexzess geheilten Brett Gurrewitz) verständlich gemacht über ihre Vergangenheit und die exorbitante Bedeutungsmacht für ein ganzes Genre, ja eine Generation in Hardcore-Punkrock. Macht, die von Werken wie “Suffer”, “How Could Hell Be Any Worse?”, aber auch noch späterem Zeug wie “No Control” oder “Against The Grain” ausgeht.

Zweitens führt jede Auseinandersetzung mit der Band früher oder später zum Thema der offensichtlichen ästhetischen Stagnation. Jeder dürfte wissen, was damit gemeint ist. Und mittlerweile gibt es auch drittens: der Meta-Text wird - wie hier - gesucht, indem geschrieben oder gesagt wird, dass es diese zwei dominierenden Eckpunkte gibt. Und hinter diesen breiten Kreuzen kann sich dann der Rest zum aktuellen Oeuvre zusammengreimt werden. Entweder: gut - weil wie immer. Oder: mittlerweile ernsthaft in Frage zu stellen - weil wie immer. Die Rückkehr von Gurrewitz hat der Band wieder Druck hinzugefügt, aber ganz ernsthaft - und Punkrock baut sicher nicht auf all diesem arschbeschissenen Wohlwollen auf, mit dem ich hier schon wieder hantiere: Dieses Album muss man doch nicht wirklich haben. So linear wie diese Band ist doch kein Leben. Das ist doch kein Leben.



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