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PeterLicht

»Lieder«

[Modul / BMG / VÖ: 28.04.2006 ]

Text: Alexander Jürgs, Alexander Jürgs

Bei Hits will es immer jeder als erster gewusst haben. Ich kenn' welche, die haben “Sonnendeck“ schon gehört... - ach, das glaubst du gar nicht. Jetzt gibt es „Sonnendeck“, also Meinrad Jungblut, also Peter Licht, für alle. Der Medienriese schnappt zu, „Sonnendeck“ wird radiotauglich nachproduziert, und alle freuen sich. Zu Recht natürlich. Meinrad Jungblut, der so nicht mehr heißen will, ist wohl ein Exzentriker. “Schwieriger Typ“, sagt der Promoter, „der versteht gar nicht, dass er jetzt Interviews machen muss“. „Ich bin gar nicht so, wie ich bin“, singt er aka Peter Licht uns entgegen und schnoddert dazu ein bisschen mit der Lo-Fi-Gitarre.

Er kann gut mit dem Keyboard klimpern, seltsame Töne erzeugen. Manchmal denkt man an die Neue Deutsche Welle. Manche Lieder klingen wie mit einem Kassettenrekorder aufgenommen, über dem gerade zwei Cola ausgelaufen sind, andere sind ziemlich schick produziert. „Meide die Popkultur“, heißt eins. Da will sich einer verweigern und dabei charmant sein: „Die Popkultur ist nicht gut für uns. Meide Bilder von Menschen, die auf Paradewagen tanzen. Meide die Sachen, von denen man am Ende kotzen muss. Meide die Tittenposter.“ Die Mailinglist im Netz nennt Meinrad Jungblut einen „durchgeknallten Werber, der mal so ein paar Lieder aufgenommen hat“. Sympathisch. Kann man mit dem nicht mal einen Kaffee mit Cognac trinken gehen? Meinrad Jungblut ist auf eine sehr nette Art ziemlich „Generation Golf“-mäßig unterwegs. Mit den Achtundsechzigern will er nichts zu tun haben, er sucht den Meerblick und treibt sich gerne an Pools herum. Utopist ist er trotzdem, die Schwerkraft will er überwinden: „Die Schwerkraft ist überbewertet, man braucht sie gar nicht, wie man im Weltraum sieht. Und die Sonne kocht auch nur mit Wasser, die soll sich nicht so aufspielen, die gelbe Sau. Und der Himalaja, der alte Arsch, da kann ich mich drüber aufregen.“ Die gelbe Sau, die Sonne, das Licht, das sind Lieblingsmotive des Künstlers. Hassliebe bringt er dem Gestirn entgegen. Vielleicht geht es ihm ja wie den Impressionisten der Jahrhundertwende. Irgendwie liebt er das Licht. Aber irgendwie ist es auch ganz schön schwierig, das darzustellen.



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