BEWERTEN
 

Beta Band

»Hot Shots II«

[Regal / EMI / VÖ: 07.10.2004 ]

Text: Stitch, Stitch

Über das schwierige Unterfangen, die Beta Band zu interviewen, konnte man in der letzten Ausgabe lesen. Doch so abweisend sie sich gegenüber der Presse zeigen, so catchy und clever ist ihr neues Album. Nach der oft erwähnten Pleite ihrer Debüt-LP, von der nach den überragenden EPs alles und noch mehr erwartet wurde, sind sie jetzt dort angekommen, wo sie eigentlich hingehören: im Pop-Olymp, irgendwo zwischen „Revolver“ und „Screamedelica“, wenngleich der Geist ihrer Musik ein anderer ist. Nach wie vor ein sehr Sixties-orientiertes Songwriting, immer eine überraschende Wendung in der Hinterhand, dabei aber ganz und gar nicht mit der „We-are-so-special“-Keule winkend, sondern auf jeden Fall englisches Understatement beweisend.

Und durch die Wahl des R´n´B-Produzenten C-Swing mit extrem knackigen Beats versehen. Diese Platte könnte für die Chimäre „Indie“ das sein, was „Ege Bamyasi“ für das Label „Krautrock“ oder „London Calling“ für den sterbenden Punkrock bedeutet hat: Einerseits der Aufbruch zu neuen Ufern, andererseits ein eindeutiges Bekenntnis zum Pop. Ob all dies im Vorprogramm der US-Radiohead-Konzerte richtig verortet ist, soll mal dahingestellt bleiben. Aber Songs wie „Broke“ oder „Life“ gehören zu den raren Momenten Sommermusik, die auch im Winter nichts von ihrem Appeal verlieren wird. Und das alles quasi aus dem Nichts. Gut gemacht.



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