BEWERTEN
 

Joan Of Arc

»How Can Anything Be So Little Anymore?«

[Jade Tree / Cargo]

Text: Martin Johns, Martin Johns

In der Biographie von Joan Of Arc treffen sich zwei Hauptstränge der Chicagoer Musikgeschichte: Punk und Experiment. Hervorgegangen aus der Emo-Core Band Cap’n Jazz, wandte sich die Gruppe Mitte der Neunziger den damals noch neuen Ansätzen der lokalen Postrock-Protagonisten zu, um so ihr musikalisches Spektrum mit Elementen wie Tape-Loops und elektronische Klangerzeugern zu erweitern. Auf ihrem neusten Werk, der vorliegenden Mini-LP „How Can Be Anything Be So Little Anymore“, ist von der Punkvergangenheit lediglich die Einstellung geblieben. So scheint ein Produzieren auf Durchhörbarkeit bei den Aufnahmen zu dieser Platte keine Maxime gewesen zu sein.

Der Musikgenuss muss sich erarbeitet werden. Die knapp 27 Minuten der Platte werden annähernd gleich auf atmosphärische Soundcollagen und fast rein akustische Gitarren-Lieder verteilt. Eine Überschneidung dieser beiden Herangehensweisen finden sich eher selten und wirkt, wenn vorhanden, etwas gewollt. Die Stärken der Platte kommen meist ans Tageslicht, wenn sich die Band auf das traditionelle Handwerk des Liederschreibens zurückbesinnt und ihre angenehm ruhigen Songs zum besten gibt.



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