BEWERTEN
 

Tindersticks

»Can Our Love ...«

[Beggars Banquet / Connected / VÖ: 21.05.2001 ]

Text: Matthias Weber, Matthias Weber

Das achte Album? Für die Tindersticks kein Grund herumzuexperimentieren. Und das ist gut so. Kaum eine Band hat einen derart hohen Wiedererkennungswert – Schuld hat natürlich die einzigartige bebende Stimme von Stuart Staples. Und wieder singt er Lieder von Einsamkeit und Liebe, begleitet von schwülstigen Streichern wie bei übertrieben melancholischen Szenen in alten Hollywood-Filmen, lange vor der Erfindung des Farbfernsehens. Überhaupt ist die Musik der Tindersticks schwarzweiß oder eher so bräunlich und grobkörnig, bei wenig Licht fotografiert, nur an manchen Stellen in den Liedern werden die Bilder plötzlich farbig, aber wieder nur so blass-verwaschen, um ja nichts zu zerstören.

So behutsam. So vorsichtig, dass sie es gar nicht wagen, die Frage ganz auszusprechen: “Can Our Love ...”
Trotzdem sind die neuen Lieder, wie auch schon beim letzten Album “Simple Pleasures” zu bemerken, impulsiver als früher. Mehr Improvisation als Komposition, mehr Herz als Hirn. “People Keep Coming Around” erinnert mit seinen endlosen E-Piano-Passagen sogar etwas an die Doors. Den Liedern ist es ein Leichtes, sich vom Hörer die Zeit geben zu lassen, die sie brauchen. Weiterzuskippen kommt einem erst gar nicht in den Sinn. Wenn die Platte zu Ende ist, hört man sie sich noch mal von vorne an. Man will mit dieser Musik einschlafen.



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