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»A Rollins In The Wry«
[Steamhammer / SPV / VÖ: 21.09.2007 ]
Text:
Jelenia Gora,
Jelenia Gora
Und wieder Los Angeles. Als ob die Geschichte von Kollege Ossenkopp nicht reichen würde. Gut, stellen wir uns vor, wir hörten Henry Rollins zu uns sprechen. Stellen wir uns weiter vor, er spräche zu uns in einem Theater in LA. Lassen wir es den Luna Park sein. Und lassen wir es das Frühjahr 1999 sein.
Wenn ihr nicht komplett neben euch steht, werdet ihr spätestens jetzt schreien: “Gora, old baby, für wie debil hältst du uns denn?”. Und ich antworte: “Sollte eine kreative Einleitung werden, aber schön, dass wir alle jetzt wissen, dass dieser Spoken-Word-Auftritt genau zu dieser Zeit an diesem Ort aufgenommen wurde.” Wie auch immer: Einstieg geschafft.
Es ist nämlich eine sehr undankbare Aufgabe, sich Rollins anzunehmen. Schließlich gelten seine Lesungen zu Recht als Pointen-Inferno, wie soll man das toppen? Einfach mal so: Der außer Kontrolle geratene, wachsende Muskelberg schreckt bei seinen Konzerten nicht vor Gewalt gegen sein Publikum zurück. Wenn ihn jemand schräg anschaut, schlägt er ihm die Zähne aus. Mitleid kennt jemand wie Rollins nicht. Ich erinnere mich gut an eine Konzert im legendären New Yorker CBGBs – damals waren übrigens Tool Support für ihn-: Ein Stagediver hatte sich den Kopf blutig geschlagen und lag nun auf der Bühne. Rollins unterbrach den Song, drehte den Körper mit dem Fuß um und meinte lapidar: “Es gibt Gewinner und Verlierer im Leben. Du mein Freund, gehörst zu den Verlierern.” Danach setzte er wieder exakt im Song ein.” Genau so böse ist sein Spoken-Word-Performen. Das Spektrum weit gefächert: persönliche Erlebnisse finden hier genauso statt wie “Lästereien” über Stars und zynische Alltagsbeobachtungen. Gemeinsamer Nenner ist der bösartige, satirisch-sarkastische Humor Rollins. Die so-called Kampfmaschine kommt mit hunderten von Schoten aus der Hüfte, für die andere “stand-up comediens” ihr letztes Hemd geben würden. Wer soviel durch die Welt jettet wie dieser Mann, der erlebt auch einiges. Und wenn sich mal nichts ereignet, kommen ihm sein paranoider Verfolgungswahn und die Fähigkeiten, sich über alles aufzuregen, zugute. So wie beispielsweise über den New Yorker an sich, der nur auf Ärger und Gewalt aus ist – schließlich schauen alle immer so böse aus der Wäsche. Trotzdem kann der heutige Rollins über sich selbst lachen - vor einigen Jahren noch ein Ding der Unmöglichkeit.
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The_Ig