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R.E.M.

»Reveal«

[Wea / VÖ: 14.05.2001 ]

Text: linus volkmann, linus volkmann
[16 Kommentare]

60 Tausend Menschen. Oder mehr, oder weniger? Wer wollte das noch genau zählen bei dem Gratis-Open-Air-Gig am Kölner Dom im letzten Monat? R.E.M. sind mega. Sind Stars. Das mussten sie ja keinem mehr beweisen - aber dieser Moment, wenn ein Stück durch die ersten Töne kenntlich wurde und das kurze Verharren vor jenem Song zur Euphorie explodierte, besaß doch einiges mehr an Bombast, als man hätte erwarten können. R.E.M. - bloß noch das Spektakel, die reflektiert-melancholische aber in erster Linie geile Pop-Surface? Das könnte man durchaus ja erstmal glauben bei Ansagen Stipes wie „I love you, too!“ und der ganzen Professionalität im Leben als Pop-Ikon und noch mehr bei der Professionalität, wie man mit und um Millionen seine Gefühle verhandelt.

Kein weites Feld - schmalster Grat. Identifikationsfigur oder Kitschmillionär. Aber es gibt ihn ja wirklich, Michael Stipe. Die Autorin des wundervollen R.E.M.-Artikels im letzten Intro, Sandra Grether, bewies es. Einmal mehr. Indem sie ihn auf der After-Show-Party mit Mühe aber doch zu fassen bekam, mit ihm sprach. Als wäre doch noch alles nur College-Rock um uns herum - bloß eben mit Bodyguards, Buffet und bedrückender Atmosphäre. Imitation of life. Aber Sandras Leidenschaft lässt mich auch daran glauben. An die Authentizität dieser Band. Darin vertrauen. So wirkt die neue Platte natürlich auch wie eine Offenbarung. Man darf alles doch ernst nehmen. Das hilft. Intuition besitze ich leider nicht - und fand übrigens das letzte Album „Up“ erschreckend toll. Das erste ohne Bill, dem in der Retrospektive mittlerweile der Kanon einer „Durchgangs“-Platte anhaftet. Aber hallo. „Reveal“ sei dagegen nun die Essenz von R.E.M. als Trio. Wie gut eine Platte wirklich in der Geschichte so einer Band ist, schält sich ohnehin immer erst nach ein paar Jahren raus. Jetzt lediglich zu konstatieren: das Album ist gut. Keine noch so kleine Enttäuschung drauf. Kein langweilig-werden, kein langsam-nur-noch-für-Fans. Fruchtbar zeitlos schöne Gitarren lasse auch diesmal wieder das Gefühl aufkommen, das hier ist lebendig, das hier muss man nicht lieben, weil man es schon immer getan hat, sondern man kann es einfach so aus sich heraus tun. Die starke Pointierung, die die „Up“-Songs auszeichnete, ist dabei wieder etwas in den Hintergrund getreten. Dennoch gibt sich „Reveal“ zugänglicher als zum Beispiel die stark auffächernden „New Adventures In Hi-Fi“. Der Song „I've Been High“ rekurriert dann tatsächlich auf die akustisch zurückgenommene Herrlichkeit von „Automatic For The People“ („Reveal“ entstand übrigens wie jenes Album auch in Miami). Vor, zurück, zur Seite. Ich muss hier nichts einordnen, ich muss nur Musik hören. Für immer und ewig. „You're gonna be a star, you know what you are“.



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  • User: PennyLane
  • PennyLane 03.07.2001 | 20:29:35

    Meiner Meinung nach eines der
    besten R.E.M.-Alben. Ein
    ruhiges, sanftes Werk, in das
    man sich so richtig reinhören
    kann. R.E.M. bauen Klangwelten
    auf, in denen man versinken
    und sich verlieren kann. Und
    mittendrin Michael Stipes
    unglaubliche, herzzerreißende
    Stimme. Absolute Highlights
    sind "I've Been High" und
    "I'll Take The Rain".

  • User: ropie
  • ropie 03.07.2001 | 20:33:17

    ich habs schon oft gesagt - ich sags wieder, dieses album ist und bleibt einfach wunderschön.

  • User: PennyLane
  • PennyLane 03.07.2001 | 20:48:15

    Sag ich doch, ist genauso
    fantastisch wie "Out Of Time"!

  • User: ropie
  • ropie 03.07.2001 | 20:51:10

    hm... *schwelg*

  • User: PennyLane
  • PennyLane 03.07.2001 | 20:56:19

    Was ist denn dein
    Lieblingslied auf "Reveal"?
    Meins definitiv "I've Been High".

  • User: CrazyBird
  • CrazyBird 03.07.2001 | 21:00:08
    War nicht so gemeint.
    meins glaub ich immer noch disappear, obwohl ich früher she just wants to be gesagt habe. ropie: ist gar nicht bei deinen top 10 aufgetaucht

  • tom9thomas9 18.12.2002 | 18:55:13

    Reveal ist einfach geil, wunderbare Melodien, Arrangements, ein Album zum Träumen. R.E.M., die Heronen der intelligenten Pop/Rock-Musik.

  • User: JohnGalt
  • JohnGalt 18.12.2002 | 19:34:15

    findet ihr das echt so gut? ich finde e sit die schwächste rem-platte seit jahren. die "up" fand ich so überragend...als ich mir die reveal angehört hatte, war ich schwer enttäuscht. mitlerweile mag ich sie sehr, wenn auch nicht annähernd so sehr wie die anderen rem-platten.

  • User: Eddie Vedder
  • Eddie Vedder 08.01.2003 | 19:54:14

    Die besten Platten die sie jemals gemacht haben sind , meiner Meinung nach , Automatic for the people , Out of time ... gleich danach würde ich Reveal setzen ... und danach kommt Eponymous .. und dann Adventures in HiFi ... Document ... Life Rich Pageant .. und so weiter und so weiter ;o) .. Up war mir zu melancholisch ... aber ich bin ja mal auf das neue Album Gespannt .. soll ja wohl wieder "rockiger" werden .. vielleicht HiFi Number 2 ? ;o)

  • User: Sören
  • Sören 08.01.2003 | 20:10:26
    Tiki-Taka-Taliban.
    reveal hat nicht sonderlich viel tiefgang. hör ich kaum noch und bis auf zwei, drei songs eher lala-pop.

  • User: Philipp
  • Philipp 08.01.2003 | 21:44:33

    ...ist aber trotz allem das beste REM-Album seit Automatic For The People.

  • User: JohnGalt
  • JohnGalt 08.01.2003 | 21:46:19

    sören: word!

  • tom9thomas9 12.01.2003 | 19:01:31

    Ich kann Linus Volkmann nur voll und ganz zustimmen. Jedes Stück auf Reveal ist ein musikalisches Abenteuer welche sich zu einem Meisterwerk vereinen. Ein Album zum Träumen! Vergleiche anzustellen, welche Platte von R.E.M. die beste ist, geht finde ich nicht, weil jede ein eigens Gefühl vermittelt, dass bei jedem von uns ein anderes ist!

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