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»Hamburgeins«

[Dial / Ladomat / Zomba]

Text: Thomas Venker, Thomas Venker

Lieblingsmusik. Wenn diese Begrifflichkeit für ein Album geprägt wurde, dann für dieses. Schon lange ist Dial in den Minimal-House-Kreisen ein Synonym für tolle Platten von netten Menschen. Oft beiläufig unter “gefällig” gefiled, ist hier jedoch viel mehr angelegt, als es das flüchtig hingestreckte Ohr auf einer jener Parties in leerstehenden Supermärkten ahnen lässt. Denn ähnlich wie die Freunde im Herzen von Labels wie Parfüm und Tobin (teilweise auf der Compilation vertreten) – die leider nicht ganz so straight agieren, wie diese drei Typen hier – steckt unter all den Zuschreibungen vor allem eins - Vorsicht, Unwort -: kreatives Potential. Und an dem könnt ihr so richtig einfach teilhaben, indem ihr mal die gute alte Kapitalismuskritik verwerft und teilnehmt am alten “Kunst-gegen-Geld-tauschen”-Spiel des Bürgertums und euch diese Compilation der bisherigen Maxis zulegt.

Auf “Hamburgeins” finden sich 13 Songs, die alles ändern können – und auf jenen über Kompakt erhältlichen Maxis noch einige mehr; dort u. a. auch die unglaublich großartige Coverversion des Bee-Gees-Klassikers “How Deep Is Your Love”, vorgetragen im “Alles ist erlaubt-ich-sing-einfach-mal-übers-Original-drüber”-Mix. Wenn ich eine Frau wäre, würde ich dahinschmelzen, wenn der Typ das für mich gemacht hätte. Ja, ich frage mich, ob er das für jemand Spezielles gemacht hat. Wie mag eine Frau aussehen, die einen zu so einem verschroben-grandiosen Vorgehen inspiriert? Und wie muss sie erst sprechen? Vielleicht erzählen uns das die Labelmacher Dave, Pete und Paul beim Interview für den Beitrag in der nächsten Ausgabe. Obwohl - man sollte sich ein paar Unausgesprochenheiten bewahren. Genauso wie ich die Quellen der hier zwischen perfekt und charmant gebastelten Zitat-Pop-Minimal-Seelenrock-Tracks auch nicht erfahren will. The sample soll unbekannt bleiben. Es reicht, es zu fühlen. Dial ist eine Handlungsanweisung für diesen Sommer. Und diesmal geht es um die Telefone dieser Welt. Ihr sollt wählen, die Zahlen Eurer Lieben, und sie einladen, am besten zu Grillparties. Das muss nicht vor einem kleinen Hinterhofbüro auf St. Pauli sein, auch wenn ich viel darauf wette, dass diese Musik in einem bestimmten dort auf Rotation laufen wird. Und gerne werde ich mich ab und an deswegen nach HH begeben. I feel, therefore I am. Dial that.



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