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Gorillaz

»Gorillaz«

[Emi]

Text: Kerstin Grether, Kerstin Grether

Ja, ja, was sich heutzutage alles Gegenkultur oder Statement gegen den Mainstream nennt ... Die Gorillaz von nebenan, die von Blur-Sänger Damon Albarn und Tank-Girl-Zeichner Jamie Hewlett losgelassene Cartoon-Supergroup zum Beispiel. Möchten so gerne irgendwie kritisch in den Mainstream eingreifen. Und machen das wohl mit viel Solvenz und noch mehr Freude. So dass man sich fragt: wollen 15-jährige das denn auch? Gegenkultur von satten Familienvätern? Oder ist das denen egal, wenn die Musik stimmt? Und klar stimmt die Musik. Klar sind die toll, die Gorillaz mit ihrer gelassenen Verweigerungshaltung. Cooler Rapper meets doomer Slacker oder so ähnlich.

Und entspannt. Sowas von entspannt. Man würde zwar meinen, das Produzieren von Gegenkultur sei irgendwie eine elende, unentspannte Angelegenheit. Aber offensichtlich nicht. Nun sind Cartoons zwar allgegenwärtig, aber gleich eine ganze Band daraus herzuleiten, hat schon etwas Aufregendes. Und die sehen ja auch zum Verlieben aus, die Charaktere. 2-D gefällt mir auf Anhieb viel besser als der nölige Damon Albarn, der leider singt. Was aber auch schon wieder was hat. Dieser Leierkasten-Charme. Ein guter Charakter fürs Understatement. Der ewig genervte Jugendliche. Und besonders gut finde ich das Unfertige, Experimentelle an den Songs. Dass die sich entwickeln dürfen, miteinander kommunizieren, dass da ein Flow drin ist. Und dass Track und Song ineinander übergehen. Schließlich geht es hier um den großen Entwurf: Dub und Songpop und Low-Fi-Rock und HipHop und Punk und Songpop und Dub etc. Und auch nicht immer alles in einem Song. Mir persönlich gefallen ja die HipHop-Sachen am besten. “Rock Da House”! Was sonst. Alles mit größtmöglicher Beiläufigkeit vorgetragen. Manchmal denkt man sogar an Beck. Geniestreich. Und wie man hört, haben die sich ja nach einer sehr hedonistischen Phase zu dieser Band zusammengefunden. Kann nicht schaden, sowas. Und interessant ist schon, wie Comics immer noch für das Andere der Kultur stehen. Hat ja auch beim “Music”-Clip von Madonna funktioniert. Und vielleicht ist Gorillaz’ Debüt für die diesjährige Superstar-Gegenkultur ja das, was letztes Jahr Madonna war. Die süßeste Verlockung, seit es Affen-Mainstream gibt.



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