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Samy Deluxe

»Samy Deluxe«

[EMI / VÖ: 20.04.2001 ]

Text: Jan Wöllfel, Jan Wöllfel
[3 Kommentare]

Samy scheint erst einmal ziemlich angepisst, will seine Ruhe, tritt auf viele Schlipse und verteilt (man ist versucht zu sagen: “wie immer”) fleißig Schelten. Wer sich nun in irgendeiner Weise mit HipHop identifiziert, wird wohl ein ums andere Mal schlucken und sich fragen, ob man selbst angepisst sein soll oder ob Samy, Tropf und Dynamite ihre Sache einfach nur überzeugend vertreten. Ich empfehle bzw. habe mich persönlich für die zweite Möglichkeit entschieden, zumal Samy ganz klar sich selbst als Maßstab benennt und mit seiner Art der Polarisierung Spannung erzeugt. Wer sich angegriffen fühlt, ist eben gefordert, sich fundiert damit auseinanderzusetzen; wer in Asche zerfällt, der hat selbst schuld; und wer Äpfel mit Birnen vergleicht, der hat halt ein rechnerisches Problem.

Die einzig knifflige Frage in diesem Zusammenhang wäre, inwieweit das Prinzip des Ausschlusses - wie z. B. im Stück “Eppendorf” gegenüber einer vermeintlichen Schickeria - fruchtbar ist, wenn in Stücken wie “S.O.S.”, “Positiv” oder “Weck Mich Auf” die sozialen Verhältnisse hierzulande als das, was sie sind - nämlich auf einem Tiefstand angekommen -, beschrieben werden. Wäre doch nicht schlecht, wenn Samy das dem Kanzler, den er in eben “Weck Mich Auf” (übrigens der Hammer) erneut anspricht, wirklich mal verklickern würde. Generell ist “Das Album”, an dem Dynamite Deluxe freilich beteiligt sind, zweifelsohne eine Weiterentwicklung des Vorgängers “Dynamite Deluxe Soundsystem”. Die Beats sind vielschichtiger, variabler, in der Regel druckvoll, ruff und geschmeidig zugleich, mal treibend ausgelegt, mal eher atmosphärisch dicht gelagert, und live sicherlich großartig. Dynamite Deluxe arbeiten diesmal verstärkt mit Vocals, und Samy selbst zeigt von nahezu gestöhnten Versen (z. B. “S.O.S.”) über gesungene Hooklines bis hin zu Schnellfeuerreimen (“Beat & Rap”), dass ihm hierzulande kaum jemand das Wasser reichen kann und er zu Recht sein eigener Maßstab sein muss. So distanziert sich Samy manchmal auch gibt, spätestens mit den Gastauftritten von Eins, Zwo, Das Bo, Illo und Afrob wird klar: es geht einzig und allein darum, HipHop am Leben zu halten. Dafür geben Samy und Dynamite Deluxe mal wieder 110%. Fortsetzung folgt, der Deluxe-Express surrt gewandt dahin. Nur nicht vor den Zug schmeißen.



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  • User: rundeK
  • rundeK 25.05.2001 | 22:21:19

    reine Entäuschung, Sein Themenbereich hat sich zwar ein wenig ausgeweitet, aber das Album ist nicht mal 1/1000 mal so gut wie DELUXE SOUNDSYSTEM.
    Die Songs -Weck mich auf- und
    -Hab`gehört- sind nicht schlecht, den Rest kannste rauchen....

  • 25.05.2001 | 22:44:33

    hat sammy jetzt nicht bald genug geld für den logopäden zusammen?

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