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Neil Hagerty

»Neil Michael Hagerty«

[Domino / Zomba / VÖ: 26.03.2001 ]

Text: Ullrich Maurer, Ullrich Maurer

Neil Hagerty war die eine Hälfte von Royal Trux - remember the hype. Das ist jetzt Geschichte. Wenn man bedenkt, dass RT für Sex & Drugs & Rock’n’Roll standen wie sonst kaum jemand, bietet auch Neils Solo-Debüt noch genügend vertonte Rückstände missbrauchter Substanzen, um selbst eingefleischte Pot- und Crackheads zu verblüffen. Es gibt ein nerviges, krankes, schmutziges Royal-Trux-Light: über einem stets merkwürdig ploppenden und pluckernden Rhythmus-Backdrop werden Drums & Basstöne kunstvoll zusammengepanscht. Das treibt zu der Annahme, hier treffe konventionelles Songwriting auf Acid. Die Idee dabei ist, Songs aus der Perspektive anderer zu schreiben und seinen Kommentar dann mit der virtuosen, aber mörderischen Gitarre beizutragen.

Stimmlich kann sich Hagerty nicht hinter den bisher gewohnten Soundkaskaden verstecken, sondern muss tapfer gegen Soul-, Pop-, Blues- und Voodoo-Versatzstücke ansingen, die mit den besagten Gitarrenattacken allerdings alle sorgsam zersägt werden. Das klingt zum Teil ganz schön nackt (im Sinne von ehrlich spärlich) und auch manchmal wie Zappa zu seinen morbidesten Zeiten. Eine Platte wie Runterkommen. Sind wir mal gespannt, ob auch Jennifer Herrema demnächst zur musikalischen Auto-Vivisektion ansetzt.



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