BEWERTEN
 

Steve Wynn

»Here Come The Miracles«

[Blue Rose / In Akustik / VÖ: 04.04.2003 ]

Text: Autor unbekannt

Nachdem Steve Wynn sich letztes Jahr eine “Auszeit” erlaubt hatte, schlägt er heuer um so unbarmherziger zu: eine Doppel-CD mit 19 neuen Songs. Sicherlich ein Wagnis in Zeiten des umbarmherzigen Interessenschwundes für diese Art Musik – aber dennoch gerechtfertigt. Denn “... Miracles” bietet all das, was an Steve Wynn lieb und teuer ist. Da finden sich die archaischen Gitarrentracks à la Dream Syndicate genauso wie der sensible Songwriter und der Beinahe-Popstar Wynn. Die Stücke wurden innerhalb einer Woche mit viel Ungeduld in Tucson eingespielt. Neu ist, dass Steve drei Stücke zusammen mit Drummerin und Lebensgefährtin Linda Pitmon geschrieben hat, der dann auch gleich bei den Background-Vocals größere Parts eingeräumt wurden.

Was bei alldem nicht gefällt, ist der übermäßige Einsatz von Telefon-Stimmen – ein Relikt, das auf Steves Leidenschaft für The Fall zurückzuführen ist. Ansonsten aber fungiert “Miracles”, so der Meister, als eine “große, ausufernde Reise für zwei Tripps oder mehr – vom Sommer zum Winter und zurück in den Herbst mit Zwischenstopps, um die Szenerie zu genießen.” Was die stilistische Vielseitigkeit und Experimentierfreude angeht, ist dies Steves “White Album” – zum Glück ohne “Revolution #9”. (Und Linda ist nicht Yoko!)



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