BEWERTEN
 

Dropkick Murphys

»Sing Loud, Sing Proud«

[Hellcat / Connected / VÖ: 29.01.2001 ]

Text: Autor unbekannt

Ein neues Album der Bostoner Platzhirsche, und lange mache ich den Spaß nicht mehr mit. Irish Folk ist nicht jedermanns Sache. Dudelsäcke schon gar nicht. Auf “Sing Loud, Sing Proud” gehen die Dropkick Murphys wesentlich offensiver mit ihrem irischen Erbe hausieren als bisher, und das geht oft mächtig auf die Nerven. Das alte Weisen wie “The Wild Rover” hierzulande durch Klaus und Klaus mit der Nordseeküste untrennbar verbunden sind, ist ja nun nicht schuld dieser rechtschaffenen Punkband, dürfte aber für ungewollte Lacher sorgen. Mitklatschen nicht vergessen! Dass man bei Dudelsack-Intros unweigerlich an Korn denkt, hilft da nicht gerade weiter.

Bei all diesem traditionellen Instrumentarium (es werden noch Akkordeon, Mandoline und ähnliches missbraucht) könnte man sich fast dazu hinreißen lassen, von “In Extremo trifft Oi!-Punkrock” zu sprechen. Ganz so schlimm ist es zwar noch nicht, doch verspürt man mitunter schon den Drang, im Polka-Style über die Tanzfläche zu fegen. Für ein Besäufnis taugt das wohl, sonst würden sich Shane McGowan (The Pogues) und Colin McFaull (Cock Sparrer) kaum als Gastsänger hergeben. Das letzte Album “The Gang’s All Here” war wesentlich näher an amerikanischem Streetpunk im Sinne der Bruisers. In diesem Fahrwasser finden die Dropkick Murphys auch auf “Sing Loud ...” ihre besten Momente. Nur halt nicht so oft.



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