BEWERTEN
 

Stephen Malkmus

»Stephen Malkmus«

[Domino / Virgin / VÖ: 23.05.2005 ]

Text: Autor unbekannt

Es war unvermeidlich. Freunde von mir sind enttäuscht, beckmessern nächtelang: Was soll das? Hätte er dafür Pavement auflösen müssen? Mir doch egal. Selbstredend ist sein erster Solowurf nicht so weit entfernt vom verdienstvollen Mutterschiff gelandet, wie man es unter Umständen hätte vermuten können. Aber: Pavement war, wie jeder weiß, Stephen Malkmus, sozusagen. Also bitte. Und jetzt, da nur noch Malkmus Malkmus ist, fehlt nichts. Denn das, was er jetzt solo anstellt, ist zwar - wenn man ihm übel will - Pavement medium. Aber auch: viel, viel mehr. Was soll er immer noch den ewig gleichen Generationskasper von hohen juvenilen Gnaden geben, wo sich doch, wenn er sich auf seine Lieder und seine stets wie Funkenflug durch die Gegend wirbelnde Ideenvielfalt verlassen kann, alles ganz kommod fügt? Da stolpert er zwar vom textlichen Hirnriss zu musikalisch überbordendem Juchheissa.

Gebärdet sich in “Phantasies” wie Bowie auf Lachgas und schwattem Afghanen, prahlt später wie Bolan und schwebt wie Reed durch Seitenstraßen. Dazwischen packt er altbekanntes Saitenknarren, bloß nicht zu süßlich, keinesfalls zu vorhersehbar. Aus den Einfällen schmieden andere gleich fünf Alben. So ist er, der Malkmus. Immer um die Ecke, immer anders, immer ein bisschen irre. Er ist überall, klopft an viele Türen, ohne aufdringlich zu werden. Der Mann weiß, was er tut. Oder auch nicht. Aber er tut es gut.



Artikel kommentieren
 
  • Mehr Infos

  •  
  • Diese User besitzen die Platte

  •  
 
 

Social Network Login




Logge dich schnell und einfach mit deinen Social-Network-Zugangsdaten bei uns ein.
 
 
  • WEITERE PLATTEN

  •  
 
  • ÄHNLICHE PLATTEN

  •  
 
 
Anzeige
 
  • THREADS ZU DIESEM ALBUM

  •  
 

Platten der Woche

Platten der Woche

Die wichtigsten Neuerscheinungen im Überblick! [...mehr]