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Modest Mouse

»Improvisation Triumphiert«

[18.11.00 - Hamburg, Logo / VÖ: 30.03.2007 ]

Text: Autor unbekannt
[5 Kommentare]

Es gibt Konzerte, die bleiben. Das von Modest Mouse im Logo ist so eins. Der Auftritt der drei Amis ist ein kostbarer, magischer Moment, jenseits von jeglichem Vorhersehbarem. Es ist einer dieser selten gewordenen Augenblicke fern des durchgestylten Kosmos’ der Eitelkeiten. Die White-Trash-Heroen, die neuen Lieblinge der New Yorker Hipster, stehen auf der kleinen Bühne und spielen Musik. Nichts weiter. Nur Musik. Nur Klang. Nur Ton. Mit einem subtilen Rock-Gestus vorgetragen, erinnert der zweieinhalbstündige Triumphzug an Zeiten, die beendet schienen. Der sogenannte Indie-Rock lag am Boden, er hatte sich selbst überlebt - scheinbar.

Doch Isaac Brock, Jeremiah Green und Eric Judy haben dem Genre neue Vitalität verliehen. Und wie.
Mit jedem ihrer facettenreichen Songs erzählen die drei Künstler kleine, verschlungene Geschichten aus dem Alltag, die zusammen ein großes ganzes ergeben. Einen Roadmovie. Eine Fahrt ins Ungewisse wie ihr Auftritt. Weder sie noch das Publikum wissen, was als nächstes kommt. Modest Mouse improvisieren. Dabei beschränken sie sich nicht auf ihre Kompositionen. Nein, hinzu tritt die Frage nach dem nächsten Song. Eine Setlist klebt nirgendwo. Weder in ihren Köpfen noch auf dem Fußboden. Es könnte „Cowboy Dan“ auf „Tiny Cities Made Of Ashes“ folgen oder „Truckers Atlas“ auf „Teeth Like God’s Shoeshine“. Alles ist möglich. „Hey, welches Stück spielen wir als nächstes?“ Nichts ist geplant. Alles erfolgt aus einem inneren Impuls heraus. Bei ihnen hat das Wort Spontaneität noch seine eigentliche Bedeutung behalten, ist keine vorgespielte Attitüde.
Und dann: Mit verwegener Lässigkeit schlängeln sie sich, verstärkt durch einen zweiten Gitarristen, durch die Kompositionen. Reihen sie aneinander – wütend und energisch. In einem Moment erzürnt, kantig und eckig, im nächsten entspannt, melodienselig und weich. Eine Konzertschönheit aus leise und laut, aus schnell und langsam, deren Lebenszeit allerdings rasant abläuft. Nach zweieinhalb Stunden lassen die Musiker die Zuschauer allein. Zurück bleibt die lebendige Erinnerung an etwas Großes.



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aus Intro #81 (Februar 2001)
 
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  • User: grandaddyKONTRAPHON
  • grandaddyKONTRAPHON 08.01.2002 | 19:36:04

    huu, hab gerade erst das review vom konzert im logo HH, november 2000 gefunden. das absolut intensivste, was ich je erlebt habe! sehr treffend verfasst, herr ralf baur! "die lebendige erinnerung an etwas großes..." oui oui...

  • User: captain kidd
  • captain kidd 09.01.2002 | 13:45:15

    ich bin immernoch taub davon. gott, hatte der seinen verstärker aufgedreht...
    ne setlist gab es aber trotzdem.
    eines der besten konzerte meines lebens. kann ich nur zustimmen...

  • User: Richey James
  • Richey James 09.01.2002 | 13:49:24

    auch eines meiner besten Konzerte !!! unglaublich intensiv, das stimmt !
    Bei mir war es der 9. November im Metropolis München ... und auch noch toll war Isaac Brock noch nach dem Konzert zu treffen ... jaja , der nimmt sich noch Ziet für seine Fans , auch wenn er doch etwas fertig aussah und ich nicht genau weiss, ob er am Tag danach noch wusste, mit wem er da geredet hat... trotzdem freu ich mich immer noch ein Autogramm von ihm zu besitzen ... Modest Mouse , eine der besten Live Bands die ích je erlebt habe , das bleibt mir zu guter letzt nur noch zu sagen !!

  • User: Bokoffzki
  • Bokoffzki 09.01.2002 | 16:51:41
    edith die sau
    ich war in basel und das war sehr sehr laut, aber acu gut, ja, beeindruckend.
    auch wenn besagter isaac wahrscheinlich mehr als ein drogenproblem hat

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