BEWERTEN
 

Big Youth

»Natty Universal Dread«

[Blood And Fire / Indigo / VÖ: 29.01.2001 ]

Text: Autor unbekannt

Das Einsteigerpaket ins Reggae-Business: drei CDs mit der einschmiegsamen, seelenvollen Musik einer Legende. Als Manley Augustus Buchanan, der wegen seiner Körpergröße und seinen Jungspund-Kumpels auch Big Youth genannt wurde, 1971 die Reggae-Bühne Jamaikas betrat, engagierten sich dort die meisten Deejays noch in Spaß-Talkovers, Ska-Scats sowie US-amerikanisch beeinflussten, getoasteten Soul-Adaptionen. Big Youth aber war anders: er besann sich auf seine afrikanischen Wurzeln, ließ seinen Toastingstil durch Psalme beeinflussen und und machte die Rasta-Religion schon zum Thema, als Bob Marley noch hauptsächlich Rhythm’n’Blues in den Adern hatte.

Schnell war der Deejay-Erfinder und Dancehall-König U-Roy vom Thron gestoßen, und Big Youth gab mit Conscious Reggae und Berichten aus den real existierenden Ghettos Jamaikas die weitere Entwicklung vor. Seinen ganzen Werdegang, von den ersten selbstproduzierten Stücken 1973 bis zum beginnenden Versickern seiner Karriere 1979, kann man nun auf drei sorgfältig sortierten CDs nachhören (zur Zeit soll er übrigens wieder an neuem Material arbeiten). Und da Reggae ja, wie man an obenstehender Faktenhuberei sehen kann, viel mit Geschichten und verschachteltem Insiderwissen über Riddims, Versions, Produzenten und Studios zu tun hat, haben es sich die Reissue-Nerds bei Blood And Fire nicht nehmen lassen, ihr Plenty-Pack auch noch mit einem der umfangreichsten und liebevollsten Booklets aller Zeiten zu versehen, randvoll mit Biografien, Linernotes und Anekdoten über Herrn Youth. Demnächst, so lassen sie verlauten, gibt es dann Gregory Isaacs’ “Mr. Isaacs”-LP in Wiederauflage mit Bonustracks. Ehrenhafte Archivarbeit, das.



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