BEWERTEN
 

Club Off Chaos

»The Change Of The Century«

[Fünfundvierzig / Indigo / VÖ: 20.11.2000 ]

Text: Autor unbekannt

Mit der Veränderung des Jahrhunderts, kann man hier schön hanebüchen übersetzen, haben wir es auch bei diesem Album nicht zu tun. Über die Musik des Club Off Chaos sagt das rein gar nichts aus. Für sie sind Bewegung und Beweglichkeit die Grundlage allen Seins - was natürlich wiederum eine Crux darstellt, hält man sie (wie andere - im weitesten Sinne - freie Musik) un-artgerecht auf Tonträger fest. Denn hochauflösende, improvisationsschwangere Halbelektronik wie diese hier, aus der Hand gespielt und so alt oder Neu!, wie man’s gerade empfinden kann, kommt erst im Konzert so recht zum Tragen. Gerade dafür stellt dieses Album ein entschieden positives Beispiel dar.

Nichts wirkt starr oder formelhaft; kurz abgesprochen, angezählt und zu Tracks kanalisiert, wird die Musik von der Leine gelassen. Can-Drummer Jaki Liebezeit, für nicht wenige der beste seiner Zeit, ist das Zentrum des Trios und lässt Dirk Herweg und Boris Polonksi ruhig - auch im Sinne von unbeirrt – Punkte, Haken, flächige und auch mal oberflächliche Texturen um, unter und durch seine Muster legen. Das Ergebnis ist zwar nicht innovativ oder aufregend, aber noch weniger öd und altbacken. Angenehm. Funktioniert ein bisschen wie der Entwurf einer modernen, verstehbaren, rituellen Musik für den sprichwörtlichen Städter von 16 bis 60, repetitiv, stimmungsvoll und erholsam. Muss ja nicht immer säuseln, wenn’s nicht bleept und clonkt.



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