BEWERTEN
 

Contriva

»8 Eyes (96-99) & Remixed«

[Monika / Indigo]

Text: Autor unbekannt

Eine kleine Werkschau und die überraschend intelligente elektronische Exegese eines Teils ihres Oeuvres (durch Isan, Tom Thiele, Jan Jelinek, Jörg Burger u. a.) bieten uns Contriva als Soundtrack zum Schneeflocken-beim-auf-den-Boden-Aufkommen-sterben-Sehen. Immer ein wenig verhuscht introvertiert, von der Melancholie des Alltäglichen, nicht der Caspar David Friedrichs, durchflossen, Wehmut und Lebensbejahung zugleich in eine in dieser Gelingensform urpopkulturelle Ausdrucksgebärde zwanglos fügend, perlen die sechzehn semi-elektronischen Nevergreens des ersten Teils, nur selten von zart-wisprigem Gesang begleitet, zum einen Ohr hinein, zum anderen hinaus, und hinterher kann man sich dann fragen, weshalb es einem dennoch besser geht.

Mitunter kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Brüchigkeiten, die dann und wann den freien Fluss des funktionslosen, keinem Telos verpflichteten Schönen durch Do-it-yourself-Frickeligkeiten stören, wenngleich nicht aufhalten, einer Anmutsvermeidungsstrategie entspringen. Kalophobie? Anyroad, ein feines, ein unaufdringliches, ein unprätentiöses, ein stilles Werk zum Beginn des neuen Millenniums, eine Pflanze am Wegesrand, die es verdient hat, nicht unbewundert zu blühen.



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aus Intro #81 (Februar 2001)
 
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