BEWERTEN
 

Fetish

»So Many Prophets«

[Virgin / VÖ: 19.02.2001 ]

Text: Autor unbekannt

Diese Platte hätte richtig gut werden können, das Potential, um sie aus der Menge von Veröffentlichungen herauszuheben, haben Fetish jedenfalls. Charakteristisch ist die wiedererkennbare Stimme ihrer Sängerin, und, hey, sie schreiben schöne Songs. Nur leider besinnen sie sich dabei allzuoft auf deren Standardumsetzung: gitarrenlastige Popmusik, wie es sie schon vielfach gibt. Bei einigen Stücken hat man sogar den Eindruck, es handele sich um aufpolierte Demoaufnahmen einer Kleinstadtband im Probenraum, die auf unendlich vielen Konzerten das Publikum mit Einsatz, aber nicht mit Ästhetik für sich gewinnen musste. Das ist um so tragischer, da Fetish ganz offensichtlich auch anders können, wenn man sie nur lässt.

Zum Ende des Albums nämlich, wenn der Rockschlagzeuger schon nach Hause gegangen scheint und statt seiner atmosphärische Beats einsetzen, wenn die Gitarre sich ein wenig zurücknimmt und Platz macht für düstere Sounds aus der Konserve, dann wachsen Fetish und ihre Songs über sich hinaus und werden eigenständig und vermögen zu gefallen. Vielleicht kriegen sie ja bei der nächsten Platte richtig die Kurve. Wäre doch zu wünschen.



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