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Nash Kato

»Debutante«

[Day Glo Records / Connected / VÖ: 16.08.2004 ]

Text: Autor unbekannt

“Coming out for the second time, but that don’t mean I ain’t no debutante. Perhaps I can’t always get what I want, but that don’t mean that I don’t get it.” Das ist mal eine Super-Haltung, um ein Titelstück einzuleiten. Und es passt: Ex-Urge-Overkill-Sänger Nash Kato scheint aus genau dieser Perspektive heraus dieses Solo-Album aufgenommen zu haben. Obwohl er schon lange im Geschäft ist - die erste EP der Chicagoer Rock-Band erschien 1986 -, ist von gelangweilter Routine oder besinnlicher Rückschau nicht die Rede. Nein, das Album klingt eher so, als würde er den Urge-Overkill-Sound aus den frühen 90ern noch einmal neu auflegen und fortentwickeln.

Gar zeitgemäß. Klar, der Siebzigerjahre-Radio-Rock-Sound ist noch immer fester Bestandteil in Nash Katos Universum, und auch das Stilisierte, Glamouröse - sogar eine angeberische Sonnenbrille trägt er wieder auf Fotos. Und seine kühl-rauchige Stimme zwischen, grob gesagt, Kurt Cobain und David Bowie - alles wie gehabt. Trotzdem entfalten die Songs hier ein quirliges, rauhes Eigenleben. Sehr viel belebender Background-Gesang bildet ein discohaftes Gegengewicht zu Katos spröder Art zu singen. Stücke, die poppig arrangiert sind und dabei unendlich vielschichtig alles Mögliche zulassen können - von der satten Gitarre bis zu retrohaften Keyboard-Sounds. Sicher ließe sich Ähnliches auch über Urge-Overkill-Alben wie “Saturation” oder “Supersonic Storybook” schreiben, die ästhetischen Grundlagen sind ja dieselben geblieben. Aber schließlich muss auch nicht immer alles neu sein, was glänzt. Und “Debutante” kann es einfach mit den umherschwirrenden Sounds und Stilen dieser Tage aufnehmen. Fragt mich nicht warum, aber vielleicht passt das Konzept 70s-Glamour und Poser-Rock einfach gut in diese Dekade - was keine Aussage über den kommerziellen Appeal dieses Albums ist, denn trotz seiner Stilisiertheit klingt Nash Cato undergroundiger denn je zuvor. Und vielleicht ist das der große Unterschied zu den frühen 90ern: halbwegs melodiöse Pop-Melodien zu schreiben bedeutet nicht automatisch, “Pop” zu machen. Oder?



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