BEWERTEN
 

Le Hammond Inferno

»My First Political Dance Album«

[Bungalow / EMI / VÖ: 01.10.2001 ]

Text: Autor unbekannt

Zu Beginn der Neunziger war die Verknüpfung von politischer Aussage und Tanzmusik nicht im geringsten verwunderlich, man denke nur an die Aufregung in England, die die Criminal Justice Bills hervorriefen, in deren Rahmen sich Orbital, Underworld und sogar The Prodigy zu eindeutigen Statements hinreißen ließen. Das aber ist lange her, und heute ist Tanzen ein rein hedonistisches Vergnügen, welches durch Aussagen am besten nicht gestört werden sollte. Da ist eine Platte wie die von Le Hammond Inferno schon eine Ausnahmeerscheinung, wenn sie versucht, diese beiden Vorgaben - das Vermitteln einer klaren politischen Aussage und das Füllen der Tanzfläche - zu verbinden.

Letzteres stellt für das Berliner Duo mit seiner langjährigen Erfahrung als Tanzmusiker, DJs und Remixer gar kein Problem dar. Holger Beier und Marcus Liesenfeld wissen, welche Beats ordentlich kicken, welche Loops aus Monotonie Hypnose erzeugen und wie man das Ganze wieder durch aberwitzige Samples verfremdet. Das alles zaubert im ersten Augenblick ein Lächeln auf die Gesichter der Zuhörer, und dann, wenn alle die Köder geschluckt haben und so richtig aufnahmefähig sind, - zack! - kommt der Widerhaken. Dann steht man da und bewegt sich rhythmisch zu Aussagen gegen Rechts, die Freiheitlichen und Opportunismus. Was wiederum ein Lächeln auf die Gesichter des Hammond Inferno zaubern dürfte. Klasse Ansatz, klasse Umsetzung, klasse Platte.



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