BEWERTEN
 

Blümchen

»Für Immer Und Ewig«

[Edel]

Text: Autor unbekannt

Schwierig, sich einem Phänomen wie Blümchen in einem Kontext wie dem Intro zu nähern - fernab von debilierender Trash-Verliebtheit oder spleenigem Starrummel. Blümchen ist Geschichte. Und wenngleich der Titel der Platte um Unvergänglichkeit buhlt, dürfte klar sein: mehr als ein paar Appears in den Werbesendungen in drei, vier Jahren zu der Time-Life-Collection “Das Waren Die Neunziger” wird es nun auch nicht geben. Blümchen - das war Jasmin, und Jasmin möchte sie nun wieder sein. Ähnlich wie BSB oder Take That muss sie sich aus Altersgründen von der ganz jungen Zielgruppe verabschieden und versuchen, als - gelangweiltes Rascheln aus dem Off - wirkliche Pop-Künstlerin durchzugehen.

Das Autoren-Blümchen. Pardon: Jasmin. Wie sie das nun anstellt und ob die mitgealterten Fans darauf auch Bock haben werden, steht dabei noch in den Sternen. Ein - wie es heißt - rockiger Relaunch als Jasmin sei jedenfalls zu erwarten. Die Zukunft liegt also unglamourös im argen - ist ja nichts Neues. An der Vergangenheit auf dieser Doppel-CD gibt es dagegen nichts mehr zu rütteln. Alle Hits, viele Mixe und keine Experimente. Das muss nicht schlecht sein und ist es auch gar nicht. Titel wie “Boomarang”, “Herz An Herz” oder auch “Ist Deine Liebe Echt?” gelten allerorts als, sagen wir mal, very heimliche Lieblingslieder - aber eben Lieblingslieder. Die meisten Songs finden sich hier in mehreren Versionen wieder, und trotz allgegenwärtiger Hau-den-Lukas-Atmo in bezug auf das Trademark Blümchen war man pietätvoll genug, auf das unsägliche Ideal-Cover von “Blaue Augen” zu verzichten. Schönen Dank. Ein Effekt aus der Neu-Orientierung der mittlerweile 20jährigen ist - neben neo-vampy Pin-up-Fotos für den Kalender des (gähn) Männermagazins FHM - schon jetzt greifbar: Sie löste unlängst den gleichaltrigen Thomas Gottschalk als Anchor-man bzw. frau für die sonntäglichen Disneyfilme ab. Allerdings, wer das überhaupt wahrnimmt, hat augenscheinlich selbst Probleme.
Völlig problementledigt und gerade deshalb ein totales Fiasko ist die Umsetzung der ersten Single des RTL2-Doku-Soap-Unfugs “Popstars”. Nach all der Authentizität, der Mühe, hat man nun fünf individuelle Girls gecastet, sie No Angels getauft, nur um sie dann doch völlig feige auf Spice-Girls-Klone hochzutunen. Der atemberaubend nichtexistierende Song mit dem Cubase-House-Rhythmus tut ein übriges. Ein Mahnmal von Unkenntlichmachung und Oberflächenverschmelzung. Geld zurück.



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aus Intro #81 (Februar 2001)
 
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