BEWERTEN
 

Hugo Race&The True Spirit

»Long Time Ago«

[Glitterhouse / TIS]

Text: Autor unbekannt

Zwölf Jahre, 1988 bis 2000, auf zwei CDs. 1988 gründete der Australier mit dem Debüt “Rue Morgue Blues” sein eigenes Projekt Hugo Race & The True Spirit. Zwischendurch half er zwar auch immer mal wieder auf Alben von Nick Cave aus, wichtiger blieb ihm aber stets das persönliche Ausformulieren des Swamp Blues. Etwas zu Unrecht wurde Race oft als kleiner Cave-Bruder abgetan. Sicherlich lehnten sich seine frühen Alben an die schwülstig-bombastische Wehmut von dessen Adaption des Blues an. Doch spätestens seit seinem fantastischen Release “Spiritual Thirst” (1993) und den anschließenden drei Alben auf Glitterhouse (von denen das jüngste, “Last Frontier”, den Höhepunkt darstellt) markierte sich die Wende zu seltsamen Ambient-Kriechern und komplett zugedrogten Blues-Mutationen.

Aufgefallen? - Aufgefallen ist Race der größeren Welt da draußen bis heute nicht sonderlich. Seine Songs hätten durchaus das Zeug, um ganze Generationen von Wim-Wenders- oder David-Lynch-Filmen zu vertonen - das verdeutlicht auch die Zusammenstellung “Long Time Ago”. Auf die muss man sich sowohl akustisch (auf den z. T. unveröffentlichten oder neu abgemixten 28 Songs) als auch optisch (Käuze galore im reichlich bebilderten und betexteten Booklet) einlassen. Halbe Sachen bringen eben nichts. Abneigung ist bei einem so prägenden Charakter mit Hang zu Experimenten naheliegend. Doch fällt man erst bedingungslos in Songs wie das triphoppige “Louise’s Hands”, das betäubende “Keep It On” oder das zappelige “Great White”, dann hält einen diese Stimmung zwischen letztem Schluck Whiskey und Wiederauferstehung gefangen - und letztendlich genießt man genau diese bluesige Verzweiflung. Zollen wir Herrn Race mehr Respekt. Von nun an und in Zukunft.



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