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Styrofoam

»A Short Album About Murder«

[Morr Music / Hausmusik / VÖ: 13.09.2007 ]

Text: Autor unbekannt

Was sich im Titel anhört, als handle es sich um das gewiss kommende Nick-Cave-verbeugt-sich-ganz-tief-vor-Johnny-Cash-Album, ist ein neues elektronisches Produkt aus einer der letzten Bastionen, die, der zynischen Verwertungslogik im Pop-Geschäft trotzend, unbeirrbar am Primat der Qualität festhalten. Styrofoam ist Arne van Petegem aus Antwerpen und schafft es auf diesem Konzeptalbum (darf man ja wieder sagen), wahlweise zu klingen wie Schubert, wenn er in seinem Schlafzimmer isolationistisch seine Meditationen über die Endlichkeit allen Seins mittels eines Sequencers und Samplers in musikalische Visionen transponiert hätte, um daraufhin von Aphex Twin im Remix mit nervös-fransigen Haken, Kanten und - in Relation zur Zartheit der Melodien - doch recht bösen Beats versehen zu werden.

Oder wie Wendy Carlos, die die Musik für einen Polanski-Film komponiert hat, gelegentlich auch wie die bitterbösen Lofi-Serenaden, die, glaube ich, die Band Mutter für Jörg-Buttgereit-Splatter-Movies mit trashiger Eindringlichkeit aus ihren Synths wob. Nicht alles hier ist so abgründig, dass selbst Gothics den Kajalstift kurz sinken ließen, um zu hören, wie sich das Verbrechen aus Leidenschaft auch instrumentieren lässt. Ein gut in die Jahreszeit passendes Werk.



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