Marlboro Motel Club mit David Morales, Milk & Sugar, Damien J. Carter, Moodorama, Nonex feat. Gloria
»Gewinner Unter Sich«
[16.12.00 - Berlin, Am Anhalter Bahnhof]
Text: Autor unbekannt
Schöne Sache. Rund 40 Gewinner einer Aktion durften auf Kosten von Philip Morris nach Berlin fliegen und Party in der Hauptstadt machen. Die Gewinner sollten dabei sinnigerweise nicht aus Berlin kommen. Galt angenehmerweise auch für Presse. Mein Glück, weil protzen, nicht kleckern angesagt war: Flug, Shuttleservice plus Hotel. All inclusive. Make me feel like a star.
Der am Flughafen Tegel bereitgestellte „VIP Bus“ (den nenne ich nicht nur so, steht auch drauf auf dem gewöhnlichen Reisebus) verleiht einem sofort das Gefühl, allzu wichtig zu sein. Obwohl: die Passagiere - alles ganz gewöhnliche nette Leute, keine Stars, Gewinner halt, aber das ist ja auch schon ganz schön was.
13.30h: Sag hallo zum Hotel.
„Junge Leute mögen Fastfood in original-amerikanischem Ambiente“, müssen sich die jungen Markenplaner gedacht haben. Stimmt ja gar nicht. Meinten die meisten. „Weshalb sind wir eigentlich hier?“ fragt mich die nette Intro-Gewinnerin aus Frankfurt. Ich nicke ihr nur freundlich zu. Noch vor dem Dessert sitzen wir wieder in unserem VIP-Bus und sind wie versprochen um Punkt 22.00h an der Location. Wow. Wenn’s nicht so windig wäre und die Stoffvorhänge mit der bemalten Motel-Kulisse über den beiden Bierzelten auf dem Parkplatz vom Anhalterbahnhof nicht so flattern würden, sähe das in der Tat aus wie ein richtiges Motel. Time to „check in for a special night“ und ab dafür in die Lounge mit Bett und so. Moodorama spielen schon. Ich tanze zu stylishem, groovigem NuJazz-Sound der süddeutschen Combo in Livebesetzung. Außer mir sogar noch jemand. Ach, die Frankfurterin. Berliner Publikum ist ja angeblich schwierig, weil abgebrüht. Stimmt. Moodorama sind eine hervorragende Liveband, nur zu leise. Findet die Band selbst auch: „Danke Berlin, das waren Moodorama bei 72db.“ Das Duo Mike Milk & Steven Sugar samt Bongo- und Gesangsverstärkung macht gewohnt guten Schwing-deinen-Arsch-House und bringt gar - trotz Problemen mit dem Sound - die ersten Berliner zum Tanz. Jetzt aber: um 1h betritt der „König der Nacht“, wie ich Diva David Morales beim MTV Ibiza Festival getauft habe, die Bühne bzw. das DJ-Pult und gibt sein letztes Hemd. Was für ein Oberkörper. Zunächst gelassen, später dann euphorisch heizt der Remixer des Jahres ‘99 der Crowd mit Modjo bis hin zu Daft Punk und wirklich straighten Mixen ein. Housepower und kein Ende. Doch. Um 4h sogar schon. Meine Klassenkameraden resp. Gewinner und ich wären gerne noch geblieben.
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