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O.S.T.

»Hamlet«

[Palm Pictures / Rykodisc / Zomba]

Text: Autor unbekannt

Die Regel ist: die allermeisten Soundtrack-Alben sind nicht besonders aufregend. Grundsätzlich ist zu unterscheiden zwischen Score und Songtrack. Der Score, die reine Filmmusik, ist ohne die Bilder meistens eher langweilig. Der Songtrack hat mehr oder weniger mit dem Film zu tun und ist meistens nur eine halbwegs inspirierte Zusammenstellung. Ob ein Soundtrack als ganzes taugt, ist kaum zu sagen, ohne den Film gesehen zu haben. Und ohne jenen bleibt die Zusammenstellung bloße Zusammenstellung. Wie hier: “Alaska.de” von Esther Gronenborn spielt in einer Ost-Berliner Plattenbausiedlung, die Musik hat das Label Kitty-Yo aus Berlin-Mitte als Doppel-Album zusammengestellt.

Die erste CD ist beinahe ein Labelsampler: Peaches, Gonzales, Surrogat und Laub mit überwiegend schon bekannten (und bekannt guten) Stücken. Eine echte Entdeckung ist der Ein-Mann-Radiohead Maximilian Hecker, dessen Song Labelchef Patrick Wagner für eine Liebesszene auf einem Demotape fand, irritierend hingegen der fröhliche Ska-Song von der dänischen Band Duck Soup. Den Abschluss bildet “Watching The Daybreak”, ein versöhnlicher TripHop-Popsong, gesungen von Jovanka von Willsdorf von den Quarks und komponiert von mosermeyerdöring. Die sind auch für die zweite CD verantwortlich: Ambient-nach-Zahlen ohne große Spannungsmomente. Eine reine Songzusammenstellung ist der O.S.T. zu Shakespeares “Hamlet”, der genau wie vor ein paar Jahren “Romeo & Julia” in die Gegenwart versetzt wurde. Der Soundtrack zu letzterem bescherte zumindest den Cardigans ihren längst verdienten Hit, Hamlet” dagegen bleibt ohne Hit-Aspiranten. Eine Mischung aus alten Bekannten (Primal Scream, Morcheeba), atmosphärisch gemeinter Electronica (Acceleradeck, FourTet, O’Neill) und traurigen Singer/Songwritern (Josh Rouse, Michael Hurley) - als Zugabe gibt’s dann den alten Birthday-Party-Heuler “Hamlet (Pow Pow)” und ein Stück des Klassik-Komponisten Niels Wilhelm Gade – der war immerhin Däne, schließlich ist bei Shakespeare etwas faul im Staate Dänemark. Diese zwei Soundtracks sind – einzelnen gelungenen Songs zum Trotz – keine Ausnahmen von der Regel: Die allermeisten sind nicht besonders aufregend (weil nicht besonders aufregend).



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