BEWERTEN
 

Paul Wirkus

»Mimikry«

[Gusstaff Records / A-Musik]

Text: Autor unbekannt

Dank des Kölner A-Musik-Vertriebs darf man sich jetzt über Perlen polnischer Elektronik-Avantgarde freuen. “Mimikry”, erschienen auf dem polnischen Label Gusstaff Records, kommt mit unglaublich wenig aus und erzeugt dabei durch extremen Minimalismus und radikale Monotonie ein ziemlich zermürbendes Ambiente. Die sechs Tracks basieren meist auf nur ganz wenigen, rhythmisch leicht variierten Piano-Samples, häufig nur auf einem Ton. Dazu kommen kaum wahrnehmbare Rausch- und Knackserspuren. Klingt zunächst nicht sonderlich spektakulär, doch trotz des zeitlupenhaften Tempos fangen die Stücke bei aller Monotonie und strengen Regelmäßigkeit der minimalen Klangmuster irgendwann an zu flirren und fesseln trotz ihrer scheinbar ereignislosen Oberfläche.

Aber was sonst soll man von jemandem erwarten, der in seinen persönlichen Charts (www.wim.slupsk.pl/paul/charts.htm) gleichberechtigt Minimal Techno (u. a. Vladislav Delay), Improvisations- und Krchhh-Musik (Sonic Youth, Melvins) und moderne Klassik (György Ligeti, Steve Reich) nebeneinanderstellt? Wunderbar meditative Platte für Leute, die sich stundenlang auf einzelne Töne konzentrieren können.



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