The Hellacopters / The Hives
»Kollektives Mitgegröle«
Text: Autor unbekannt
Eine kontroverse, aber fast kuschelige Rock’n’Roll-Kombination aus dem windigen Schweden ließ den Prime Club aus allen Nähten platzen. Zum einen The Hives, gutgebügelt und doch so smart, und zum anderen The Hellacopters, durchgenudelt und doch so böse. Was sie beide gemeinsam haben? Punkrock. Mit retro on vacation, bei der man danach gar nicht mehr weiß, welches Jahr wir schreiben, wer und wo wir überhaupt sind.
Chronologisch begann die absolut unkubrick’sche Odyssee in den wilden Sechzigern: In affektierter Mod-Manier legten The Hives ein gelungenes Warm-up hin. Mit Pelle hat die Band nicht nur einen grandiosen Schreihals, sondern auch einen der großen Rock-Entertainer dieser Zeit an der Front.
Von den Swinging 60s ging’s dann ab zu den Hellacopters in die verrotzten Siebziger. Da, wo Led Zeppelin und Kiss ihre musikalischen Höhepunkte hatten, docken sie kaum 25 Jahre später ungeniert an. Beim Erscheinen der Band wurde erst mal die Frage aufgeworfen: „Haben die Flöhe?“ Mit ihrer abgenutzten Bühnenpräsenz sammelten sie sofort Sympathiepunkte ein - als wolle man ihnen zuprosten und eine Mark zustecken, spielen sie mit allen Rockklischees und wollen an altbewährten Formen auch so rein gar nichts ändern. Gut so, denn das Publikum war da, um ehrliches Rockhandwerk zu hören, und das bekam es auch. Neue Kracher wie „Toys & Flavour“ und „Hopeless Case Of A Kid In Denial“ gehen nicht unter die Haut, sondern ließen auch die Menge abgehen. Fröhlich quietschend und rotzbesoffen verlebten Band und Publikum eine gute Zeit, und bei kollektivem Mitgegröle von Klassikern wie „The Devil Stole The Beat From the Lord“ und „Soulseller“ war’s klar: Rock macht mich so glücklich!
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