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Nova

»Zwischen Den Orten«

[02.12.00 – Berlin, Bastard]

Text: Autor unbekannt

Covercowboys auf dem Weg von A nach B. Kurz scheint die Strecke, einfach die Lösung: das Ziehen einer Gerade. Und die fehlende y-Koordinate gibt die Richtung. Steil nach oben. Pläne gibt es genug und Gründe. Test goes reality, und jetzt wird’s ernst: Nach schlagkräftigen Pop-Kompetenz-Beweisen im Vorprogramm von Readymade, Miles und Liquido in the year twothousand wollen Nova nun mehr als bloß eigenen Ansprüchen gerecht werden. Zusehen war gestern, und warten erst recht. Soll und Plan. Ein Lachen aus dem Off. Emotionalität jetzt einschalten: nach Mitternacht beginnen Nova per Akustikset ihre Fühler auszustrecken, leise, aber fordernd.

Handmade. Winterabend-Atmosphäre zwischen Plastikgartenstühlen und Palmentapete. Skurrile Schönheit. Gespanntes Warten seitens des Publikums. Dass die vier Augsburger die selbstgeschmückten Weihnachtsbäume mal eben beim Tourauftakt in München vergessen haben, stört wenig, Weihnachten ist morgen oder war gestern. Wen kümmert’s Schrägstrich wundert’s? Und bekanntlich funktionieren Emotionen besser ohne kitschige Accessoires. Kleine Gesten strahlen schöner, wenn sie fast unerkannt bleiben. Zuversicht. Nova nehmen sich Zeit für das harte Pflaster Berlin und sich selbst nicht zu ernst. Sympathische Anekdoten vom Vortag und zwinkernde Seitenhiebe in Richtung des spontan engagierten Hausmischers machen zusätzlich Boden gut. Bestätigung. Die eigentliche Stärke der „Noch-Teenager“ sind ohnehin Gitarren und Strom und der Beweis, dass (fast) britischer Gitarrenpop auch neue Wege gehen kann. Es wird gerockt. Lovely Melodien mit Tiefgang und Wärme à la Naked Lunch oder Suede. Frontmann Michael Kamm auf Gratwanderung zwischen ironischer Attitüde und emotionalem Tiefgang, zwischen Pathos und Dandytum. Ob Schauspiel oder Wahrheit, ist nicht zu definieren und ohnehin zweitrangig. Erschlagend charming das, von Schüchternheit keine Spur. That’s the show – it’s tricky. Im Saal gebrochene Mädchenherzen und einsame Freunde. Unterwegs von B nach C und ein Backstreet-Boys-Cover als Zugabe. Die Form folgt der Fiktion - was zählt, ist die perfekte Gerade.



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aus Intro #81 (Februar 2001)
 
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