BEWERTEN
 

FIL

»Live Against Death«

[Der Rainer Records]

Text: Autor unbekannt

Männer, die besessen davon sind, dich zu unterhalten, machen u. U. Karriere (Comedy-Kollaps für dieses Jahr fest veranschlagt), aber vor allem machen sie keinen Spaß. Vielmehr sind sie oft nur ekelhaft. Die Tatsache, dass allerdings Fil, der Berliner Comiczeichner mit Punk-, Metal- und Wave-Roots, so eine unfassbare Ausnahme ist, überrascht da doch. Eine - und so muss man sie wohl wirklich nennen - Comedy-Doppel-CD, die man nicht sofort wegschmeißen will. Hey, hey. Fil, zu dessen letzter Platte (“Drum’n’Bass”) sich ein Interview im damaligen Inregio abspielte, nimmt alles, was er hier anbietet, live auf. Vor Publikum - und zwar nicht so professionell wie Van Dannen, sondern halt wie ein klassisches selbstgemachtes Ding.

À la “ich hab’ dir ‘n Tape gezogen.” Ansagen, Durchsagen werden da zum Programmpunkt, und technische Aussetzer bleiben genauso drauf. So läuft nun stundenlanges atemloses Entertainment. Fil erzählt, fantasiert, deliriert unter dem scheinbar unfehlbaren Zepter der Selbstreflexion. So bekommt er immer die Kurve - und trotz Stegreif-Irrsinn muss nie gefürchtet werden, aus der Nummer kommt er nicht mehr raus. Fil berlinert und spielt dann Gitarre. Teilweise brüllt er in Zungen einer Art hyperaktiver Haifisch-Handpuppe called Sharky. Alles klar. Bonmots und Witze als Teaser für diesen wirklich nötigen Plattenkauf könnte ich rausrücken. Aber ich mach’s einfach nicht. Bei so was sieht man nämlich immer halbscheiße aus. Das können sich andere leisten.



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