BEWERTEN
 

Bevis Frond

»Valedictory Songs«

[Woronzow / Shellshock / Pinnacle / VÖ: 06.11.2000 ]

Text: Autor unbekannt

Künstler haben’s nicht leicht: haben sie erst mal ihr Meisterwerk abgeliefert, so werden sie von Publikum und Kritik auf immer und ewig an diesem gemessen. Im vorliegenden Fall hieß das dann: schon okay, aber nicht so gut wie “New River Head”. Was daran lag, dass Frond-Mastermind Nick Saloman in den letzten Jahren die Longplayer oft zu Hause aufnahm und alle Instrumente alleine spielte, was den Songs nicht immer guttat. Nun aber, vier Jahre nach dem letzten Studioalbum “Superseeder”, hat er sich wieder einen Studioaufenthalt mit den alten Kollegen Adrian Shaw und Andy Ward gegönnt. Und das Ergebnis: ganz groß. Kompaktes Songwriting (Stücke wie “High On A Downer” oder “We Are The Dead” gehören zu den besten, die Saloman jemals schrieb) und - zu meiner großen Freude - nichts von den langen Jam-Ergüssen früherer Alben (das längste Stück hat gerade mal sieben Minuten).

Rundum gute Platte also. Nur: “Valedictory Songs” heißt soviel wie Abschiedslieder. Wenn man dies zu der Tatsache addiert, dass sich Saloman in letzter Zeit eher als Labelchef hervorgetan hat und die Band außerdem verlauten ließ, sich aus Krankheitsgründen auf unbestimmte Zeit zurückzuziehen, dann könnte dieses Album wirklich ein Abschied sein. Last chance to hear? Hope not.



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