BEWERTEN
 

Burnt Friedman

»Plays Love Songs«

[Nonplace / EFA / VÖ: 26.01.2001 ]

Text: Autor unbekannt

Über den fast schon inflationären Output von Burnt “Latin-Elektro-Dub-Jazz” Friedman im vergangenen Jahr kann man ja denken, was man will, aber gemeinsam mit dem Nu-Dub-Players- und dem letzten Flanger-Album (mit Uwe “Coconut” Schmidt) zählt “Plays Love Songs” zum besten, was Friedman in letzter Zeit so gemacht hat. Nicht, weil es so spektakulär wäre, sondern weil man hier die verschiedenen Ansatzpunkte seines non-repetetiven Jazz-meets-Electronica-Gefrickels der vergangenen Jahre noch einmal ganz unverkrampft in vielfältiger Breite präsentiert bekommt. Über den Zeitraum von fünf Jahren (also die Zeit, als Friedman u.

a. noch als Drome oder Some More Crime unterwegs war) erstreckt sich das hier versammelte Material zum ewigen Thema “Liebeslied”, das bei Friedman aber eine ganz besondere Note bekommt: vom freundlich blubbernden “Body Language” über funky-melodische “James Brown”-Dekonstruktionen bei “Sex Working Class”, vom halbdunklen Elektro-Lounge-Sound von “I’ve Got My Love To Keep Me Warm” bis zur dezenten Vertonung eines Textes des befreundeten Pariser Dichters Black Sifichi, “Tongs Of Love” - neben den Werken von Charles Curtis eine der besten Spoken-Word-Performances, die ich seit langem gehört habe. Seine Musikalität und sein Humor machen Friedman trotz Hyperaktivität immer noch interessanter als zwei Drittel der verkrampften Electronica-Veröffentlicher da draußen.



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