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»G-Stone Book«

[G-Stone]

Text: Autor unbekannt

Die Compilation und der publizistische Mehrwert: einmal veröffentlichen ein paar Typen aus Frankfurt/Main und Kassel brillante Comics und lassen Tracks dazu basteln. Ein andermal ist die Musik von ein paar anderen Typen aus Wien und deren Kumpels nurmehr die Beilage zu einem großartigen Fotobuch. Die Wiener sind natürlich Kruder & Dorfmeister, die beiden entspannten Kerle, die den Hype um ihr (immer noch ausstehendes) Debütalbum einfach mit wienerischer Gemütlichkeit ausgesessen, bösartig könnte man auch sagen: verschlunzt haben. Aber als einen weiteren von vielen Ausgleichen gibt es jetzt das tolle “G-Stone Book”: eine Foto- und Text-Sammlung, die einen kleinen, intimen Schlüssellochblick auf K&D und deren Umfeld zulässt.

Sie wissen schon: Kiffen, Reisen, Entspannt-Sein und Helmut-Lang-Klamotten-Tragen. Eine schöne Idee. Die dabei fast schon unbedeutende CD-Beilage bietet die stadtübliche Melange von Untenbeats auf Dub-Basis - bereits releast und vorsichtig an- und ineinander gecuttet -, etwa den besten Track der THC-schwangeren “Dub Club”-Compilation von letztens (Stereotyp + Soothsayer), den verrückten Sugar B. mit einem Basic-Channel-Voiceover oder Hits wie Toscas “Chocolate Elvis” neben anderen Verwandten wie Walkner/Moestl, Kieser/Velten und natürlich auch Kruder/Dorfmeister. Die Größe des bei CD-Kauf konsequent in Viertelformat gelieferten Fotobandes ist jedenfalls mal wieder ein echtes Pro-Vinyl-Argument.
Bei “Hotze” liegt die Situation anders: die monatlichen Raver-Comics von Bringmann & Kopetzki sind schon seit 1997, neben vielen anderen, immer wieder ein Argument zum Vorbeischauen bei den Kollegen von der Groove. “Hotze” bebildert den ganz normalen Raver-Alltag mit liebevollem Blick aufs Detail und funky Wiedererkennungswert. Für den Release der Strips als gebundenes Buch bat man nun Freunde und Bekannte um musikalische Illustrationen zu den Zeichnungen. Leute wie John Acquaviva, TokTok, DJ Rush oder Heiko Laux eben. Teils mit gesprochenen Comicpassagen (“Wer legt eigentlich heute im Stammheim auf?”), sind die Abfahrt-Werkzeuge allerdings nicht halb so aufregend wie die Bilder. Nur Bassface Sascha und Dr. Rockit fallen auf mit Drum’n’Bass bzw. Field-Recording-Sample-Jam. Selbst Move D. hat sich zu einer Acid-Sause hinreißen lassen. Einmal Chillen, einmal Raven - zwei ziemlich gegensätzliche Aggregatzustände mit passenden Bildern.



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aus Intro #81 (Februar 2001)
 
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