BEWERTEN
 

Jeff Beck

»You Had It Coming«

[Epic / Sony / VÖ: 01.09.2003 ]

Text: Autor unbekannt

Jeff Beck is back. Schon wieder? Oder immer noch? Keiner weiß es ganz genau. Das letzte Album jedenfalls liegt deutlich über eineinhalb Jahre zurück (“Who Else”). Egal. Es ist wahrhaftig der Jeff Beck, Yardbirds und so, der mit “You Had It Coming” seine unerwartete Lebendigkeit zelebriert. Zum Glück versucht der große alte Mann der ewigen Seventies-Rockgitarre nicht, an vergangene Zeiten anzuknüpfen – das wäre ja auch noch schöner, hat es doch stets etwas Mitleiderregendes, wenn alte Hasen es nicht lassen können, die vitalen Rammler zu mimen. Anschließend raunen sich die Leute dann immer zu, er/sie könne “es” immer noch, jaja, ganz der/die Alte, und denken vielmehr betreten: Bitte geh jetzt, Opa, dein Geklampfe macht dich nicht attraktiver.

Nicht so Jeff Beck. Dem ging es schon immer nur um seine Musik, und mit “You Had It Coming” befährt der Autofreund Beck tatsächlich musikalisches Neuland. Die überwiegend rein instrumental gestrickten Stücke meißeln unter Zuhilfenahme diverser digitaler Soundgeneratoren Jeffs cremige Handschrift in den fetten Rock. Gegen die mitunter stark effektverfremdete Gitarre gewinnt der Song nicht immer, so dass die (sicherlich liebevoll arrangierten) Strukturen weitgehend zur Nebensache geraten. Aber was soll’s? Der Mann ist Gitarrist, und als solcher will er seine Gitarre hören. So do auch andere. “You Had It Coming” ist ein Liebhaber-Album, das sich Rockopis wie ich zu den anderen stellen und denken: Er kann es immer noch.



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