BEWERTEN
 

MC Conrad

»Vocalist 01«

Text: Autor unbekannt

Bukem und Bande klopfen so viele Compilationreihen aus dem Boden, dass der Eindruck entsteht, hier dämmere etwas zwischen Verschleierungstaktik und Neurosen. Nach Status bestimmen (“Logical Progression”), Gang runterschalten (“Earth”), Gas geben (“Progression Session”) und wehmütig zurückblicken (“Points In Time”) kommen nun die Persönlichkeiten: Produzenten und Vokalisten. Bukem startet bei den Musikern, klar, und kippt damit Wasser auf die Mühlen derjenigen, die ihm ankreiden, lieber im eigenen Saft zu schmoren statt Butter bei die Fische zu geben. Von wegen “Logical Progression”. “Producer 01” überrascht dementsprechend nicht: alles bekannte Tracks, höchstens für die interessant, die einen weiteren Einstieg in Danny Williamsons jazzy Kosmos zwischen Drum&Bass und Downtempo suchen.

Spannender hingegen “Vocalist 01”: als einer der begabtesten Drum&Bass-MCs hat Conrad seinen Weg zwischen Partyparolen und Musikalität gefunden. Sein Reimfluss macht im Gegensatz zum Stakkato-Gebabbel anderer MCs tatsächlich Sinn und drückt die Tracks in ganz neue Richtungen. So funktioniert diese Sammlung von Kollabos mit Produzenten von PFM über Blame bis hin zu Bukem und MC-Partner DRS beinahe als Künstleralbum und erlaubt einen etwas anderen Blick auf Drum&Bass, bei dem Musik und nicht Tools im Fokus stehen.



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