BEWERTEN
 

Die Moulinettes

»Alfa Bravo Charlie«

[9:PM Records / Indigo / VÖ: 17.06.2003 ]

Text: Autor unbekannt

Aah, lush. Musik wie ein karamelfarbener Kaschmirschal. Exzessiv schmeichelhaft und elegant. Über Cremeflächen von spröde-luxuriösen, immer leicht angeschnittenen Vordergrund-Vokalparts, eingebettet in Wölkchen von kühlen Gitarren, süßen Violinen, flirrenden Flöten und allerlei anderer exquisiter Instrumenterei, türmen sich dezent badadadende Trällerstimmen auf und modellieren uns das supreme Easy-Listening-Panorama. Auch wenn man das ausgewrungene Starwort von vor 1-4 Sommern gar nicht mehr benutzen mag - die Münchner Moulinettes musizieren im überstylishen Geiste ihres Debüts “20 Blumen” weiter, wenn nicht mit einem noch stärkeren Griff nach Sechzigerjahre-Film-Esprit - so ist beispielsweise mit “Deep Down” ein Cover eines Morricone-Filmtracks mit an Bord des musikalischen Love Boat.

Sehr sympathisch nach wie vor, dass sie mit gewohnt ironischen Texten (über Fußball in Bayern und den verflixten Rubik Cube z. B.) das Klischee des erstarrten Easy-Listening-Luxusgestus’ brechen, aber trotzdem einer offensichtlich von ihnen geschätzten Musiktradition Referenz erweisen. Bewegt hat sich seit “20 Blumen” aber doch einiges: es wird deutsch, italienisch und englisch gesungen, der stets tadellos gekleidete Sidekick M. Lickleder, Geiger und Gogo-Herr, ist ebenso wie der Drumcomputer nun fixer Bestandteil der Band, und beinahe alle Stücke wurden durch Remixe von Freunden wie Brezel Göring, Sean O’Hagan, Erobique und Le Hammond Inferno gedoppelt.



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