BEWERTEN
 

Max Müller

»Musikcafe Wolfsburg«

[Verbrecher Verlag, 100 S., DM 24,-]

Text: Autor unbekannt

In Zeiten, die es zu verbringen galt im tiefem Morast eigener Unzufriedenheit, Selbsthass und Missgunst, gab es für mich bis vor einigen Jahren eigentlich nur eine Band, mit der ich es aushalten konnte. Okay, okay: schlimmer machen wollte. Mutter. “Ich schäme mich, Gedanken zu haben, die andere Menschen in ihrer Würde verletzen.” Himmel - was dort für herbeigezeterte Depressionen und Hysterien abgingen. Dann wurde es still. Um Mutter. Sänger Max Müller machte in Solo. Na ja. Und jetzt in Buch. Aha. Gedichte, Kurzgeschichten, Skizzen. All die kleinen Formate müssen herhalten für die eine große Idee von Schmerz und Misanthropie. Und wie.

Blut, Betrug und Krankheit tragen dabei Storys zwischen Groteske und Splatter aus. Müller bombt bei all dem Zorn aber auch immer wieder auf ausgetretene Pfade ein - und man fühlt sich im Ekel leicht betrogen und bemerkt, dass der eine oder andere Diss sich ganz trivial nur gegen Körperkult oder mediale Oberflächen richtet. Pah, zu sehr Konsens. Am besten ist der Autor wirklich, wenn er teilhaben lässt, wie er einfach nur den Kopf gegen die Tischkante haut. Ein Buch als abgründiger Schmerzträger - nicht jedem zuzumuten.



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aus Intro #80 (Dezember 2000 / Januar 2001)
 
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