BEWERTEN
 

Die Fantastischen Vier

»Unplugged«

[Four Music / Sony / VÖ: 30.10.2000 ]

Text: Autor unbekannt

Kollege Buschmann hat sich im letzten Heft ja bereits ausführlich mit diesem Werk auseinandergesetzt. Die Redaktion meint, mal wieder, die weibliche Perspektive lesen zu wollen. Alten, alten, wieviel Gender wird das denn noch, ähmm, braucht ihr denn noch? Deshalb an dieser Stelle weniger female Raps als vielmehr Systemtheorie: Muss man HipHop “unplugged” machen? Ist HipHop nicht immer unplugged gewesen? Oder viel wichtiger: wieviel Pop verträgt HipHop, bis er bricht? Für mein Befinden hat das hier Dargebotene nicht mehr viel mit DEM HipHop zu tun, den ich schätze, dem real shit. Die Fantastischen Vier sind Popper. Bekennende, und dies macht eine kritische Beschäftigung obsolet.

Menschen das vorzuwerfen, was sie sowieso sein wollen, ist unnötig. Also: Perspektivenwechsel, nicht auf die weibliche, sondern auf die populistische, die von meinen Schwestern und Brüdern da draußen in den Ringdiscos von good old Kölle. Wer die Fantastischen Vier bisher schätzte, muss sich das Teil kaufen - und sage mir niemand, dass er keinem ihrer Songs erlegen wäre. Im Up and Down ihrer Karriere gab es immer wieder echte Hits. Songs wie das grandiose “Jetzt Ist Sie Weg”, aber auch das sophisticated und vom Volk (euch) nie verstandene “Ein Tag Am Meer”. Die Spätzle-Jungs sind eines der angenehmsten Pop-Phänomene unseres Landes - auch wenn ich nie in die Clubs gehen würde, wo sie gespielt werden. Aber das ist ein anderes Pop-Phänomen, nämlich das der konkurrierenden Nutzergruppen.



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