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Monster Magnet / Queens Of The Stone Age / Die Happy

»Ladies and gentlemen, this is apocalypse now!«

[04.12.00, Düsseldorf, Philipshalle]

Text: Autor unbekannt

'Ladies and gentlemen, this is apocalypse now!' So begrüßten Monster Magnet - supportet von den Queens Of The Stone Age - am Montag ihr Düsseldorfer Publikum und ließen auf ein Rock-Spektakel von Coppola'schen Ausmaßen hoffen. Dass das Konzert in die riesige Philipshalle verlegt wurde, bestätigte die Vermutung, dass man es bei Monster Magnet mittlerweile mit einem ausgereiften Stadion-Rock Act zu tun hat. Die ursprünglich als Co-Headliner-Tour angekündigte Konzertreise, bei der beiden Bands die gleiche Spielzeit zur Verfügung stehen würde, wurde wieder umkonzipiert. Die Queens Of The Stone Age waren eben doch 'nur' die 'Special Guests' und hatten 45 Minuten Zeit, unseren und ihren Erwartungen gerecht zu werden.
Mit einem kurzen, psychedelischen Intro und ihrer aktuellen Single 'Feel Good Hit Of The Summer' starteten QOTSA ihre Show, um gleich danach einen Song zu spielen, den keiner der Anwesenden zu kennen schien.

Sehr schön anzusehen war das Wechselspiel zwischen Josh Homme und Nick Oliveri, die sich den Gesang gleichberechtigt teilten. 'Regular John' wurde live mit einer Plain-Steele-Slide Gitarre umgesetzt, die von dem, neben Schlagzeuger GeneTrautmann, vierten Musiker im Bunde gespielt wurde. Es folgten noch 'How To Handle A Rope', 'Avon', 'Quick And To The Pointless', 'Lightning Song' und eine fünfzehnminütige Version von 'You Can't Quit Me Baby'. Bei diesem Titel entledigte sich Josh seiner Gitarre, wankte zum Bühnenrand, als hätte er gerade alle Substanzen, die er in 'Feel Good Hit Of The Summer' aufzählt, zu sich genommen, und nahm ein Bad in der Menge. Zurück auf der Bühne spielten sich die vier Kalifornier in einen Rausch, wie man ihn aus seligen Kyuss-Tagen kennt. Doch nun war Schluss: keine Zugabe. Vielleicht beim nächsten Mal, wenn die Queens endlich wieder als Headliner touren.
Dass Monster Magnet sich mittlerweile noch weiter von ihren psychedelischen Wurzeln entfernt haben und die Playlist zum größten Teil aus Stücken der letzten beiden Alben bestehen würde, war abzusehen. Bloß: Wer statt endloser, effektüberladener Noise-Orgien auf komplikationsfreie Stadiontauglichkeit setzt, sollte auch dem mitzahlenden Auge value for money bieten - leider Fehlanzeige. Das Schwanzrock-Gepose von Sänger und Teilzeit-Gitarrist Dave Wyndorf stellte zwar neue und durchaus sehenswerte Peinlichkeitsrekorde auf, fand vor Jahren aber schon für wesentlich weniger Geld statt, genau wie der Gimmick mit der brennenden Gitarre. Der Bullgod-Schädel auf dem Backdrop mit seinen rosa fluoreszierenden Flammen war die überflüssigste Deko der Rockgeschichte und erschwerte lediglich die Sicht auf die Video-Clips, von denen man bei der grellen Lightshow eh nichts sehen konnte. Hauptsache, Gott Wyndorf in seiner flammenverzierten Lederhose war stets gut in Szene gesetzt. Was vor Jahren noch für den einen als ironische Verneigung vor der Ästhetik des 70ies-Rock, für den anderen als größenwahnsinnige Selbstdarstellung eines bedauernswerten Drogenwracks durchgegangen war, verkam hier zur zwanghaften Poser-Choreographie. Musikalisch gab es, wie gesagt, auch nicht viel Spannendes zu vermelden. Ein zügig abgehandelter Querschnitt durch die Bandgeschichte mit nur minimalen Abweichungen von den bekannten Album-Versionen. Bloß keine Experimente, bloß kein Freiraum für Improvisationen. Nur bei 'Cry' mit seinen Sitarklängen und dem 'Dinosaur Vacume / Brainstorm'-Medley bestand leichte Flashback-Gefahr. Ansonsten wurde permanent auf Achselschweiß und Testosteron gesetzt. Als Opener gab es das schwer groovende 'Atomic Clock', gefolgt von 'Medicine' und 'Heads Explode', um die Party richtig steigen zu lassen. Schade, dass diese Songs im höhenlastigen Soundmatsch der ersten 20 Minuten ihre Wucht nicht ganz entfalten konnten. Nach knapp 90 Minuten einschließlich Zugaben war dann Schluß mit Rock. Ein etwas fader und weder musikalisch noch showtechnisch überzeugender Auftritt einer Band, die vor Jahren mit weit weniger Aufwand und Hitpotential wesentlich mehr begeistern konnte.



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aus Intro #80 (Dezember 2000 / Januar 2001)
 
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