BEWERTEN
 

Fatboy Slim

»Halfway Between The Gutter And The Stars«

[Epic / Sony / VÖ: 01.03.2004 ]

Text: Autor unbekannt

Was ich an Fatboy Slim alias Norman Cook immer schon geschätzt habe, sind diese enorme Euphorie und die unwiderstehlich Beat- und Body-treibende Tanzbarkeit seiner Tracks, man denke nur an “Rockafeller Skank” und all die anderen Hits, die einen ‘98 auf der Tanzfläche festgehalten haben. Mittlerweile gehört er ja zu den gefragtesten DJs, und das sicher nicht nur, weil er als Erfinder der Big Beats gilt, sondern wohl auch, weil er über den Rand seines Plattensammler-Wissens hinaus wirklich weiß, wie man das Publikum kickt. Endlich also das dritte Album, und die Big Beats-Zeiten sind weitestgehend vorbei, aber um so besser vielleicht, weil: da groovt ein Soul-House-Gospel-Quirlsound, schneller und schweißtreibender mit jedem Song.

Wie immer toll die Mischung aus überpointierten, grob hingemeißelten Gassenhauern und ausgetüftelt-historisierter Dancefloor-Deepness. Bemüht, den Tracks zugleich Gegenwärtigkeit und Geschichte zu geben, die Soulhaltigkeit der Songs zu erden. Warme Gospel-Klänge und -Gesänge sorgen für eine frisch-feierliche Sloganhaftigkeit in nach vorne breschenden House-Pop-Songs, die Erlösung suchen in der Auflösung von Sinn und Erkenntnis ziehen aus einfachen Schlüsselworten. “Drop The Hate” zum Beispiel, kurz wird das DJ-Pult zur Kanzel, und das können die englischen Post-Rave-Jungs ja besonders gut: dass man nicht mehr unterscheiden kann zwischen Kirchen-, Kriegs- oder Fußballplatz-Sample. Und wie die unterschätzte diesjährige Primal Scream-CD verbreitet Fatboy Slim neben all dem eine kühle Psychedelik.
Trotzdem wirkt nicht anbiedernd, dass Soul-Diva Macy Gray das smoothe Midtempo-Stück “Demons” singt, vielmehr passt das wundergut in diesen versöhnlich-unversöhnlichen Sound. Besonders geil der Single-Track: “Sunset (Bird Of Prey)”, der kirchenliedhaft einen Sommervogel gen Himmel steigen lässt, dass man auch alle Arme in die Lüft reißen möchte, weil da flirrend-nervöse House-Beats eine Atmosphäre dröhnender Dankbarkeit versprühen; ein Song wie ein Gedicht, und wie mit Wachs hineingegossen ein Jim Morrisson-Sample, das dunkle Abdrücke hinterlässt in der heißen Freude. Ja, wenn das Pop ist, dann ist Pop gut.



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