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Godspeed you black Emperor!

»Levez Vos Skinny Fists Comme Antennas To Heaven«

[Constellation / Kranky / Hausmusik / Indigo]

Text: Autor unbekannt

Es sind Platten wie diese, die einen den Glauben an seinen Beruf, ja seine Berufung als Kulturschreiberling nicht verlieren lassen. Die Kanadier haben sich mit zwei Alben (“f#a#f” und ”A Slow Riot For New Zero Kanada EP”, beide Constellation / Kranky / Hausmusik) zum hypeartig verbreiteten Mythos emporgespielt. Und gespielt ist hier wörtlich zu verstehen. Die Bedeutung der Konzerte für das Verständnis dieser Band ist eigentlich nur noch mit der bei Fugazi zu vergleichen: Godspeed kommunizieren im Club, Godspeed verkaufen (hauptächlich) im Club ihre Platten, und Godspeed interpretieren im Club, nämlich sich selbst.
Die auf vier Seiten (bzw.

zwei CDs) verteilten vier Stücke bestehen jeweils aus mehreren Parts. Ein deutliches Zeichen, dass die Band gegen die omnipräsente Kategorisierung als krautrockiger Drift-Soundtrack setzt. Natürlich wird hier gedriftet, aber im Gegensatz zum Progressive Rock der Siebzigerjahre und seinen Kindern agiert das neunköpfige Kollektiv mit einem genauen Plan, was wann wie in den Sound ein- und ausgeführt wird. Die zahlreichen Soundquellen (Gitarren, Violine, Cello, Tape-Recorder, Bass, Perkussion und Sprachfetzen, Zitate) ergeben in der Kombination eine lang angelegte elegische Dramaturgie - das, was man im allgemeinen als Konzept bezeichnet, nur dass es hier nicht trocken und “künstlerisch wertvoll” klingt, sondern lebendig und “künstlerisch wertvoll”.
Und hier liegt der große Unterschied: “Levez Vos Skinny Fists Comme Antennas To Heaven” glänzt mit einigen der längsten, weitblickendsten und beeindruckendsten Spannungsbögen der Musikgeschichte. Zwischen dem ersten und letzten Ton der vier Stücke wird die Welt neu erfunden, euphorisiert, aufgewühlt: Tränen, Angst und Erlösung im Dreiklang. Hier wird gelitten, in dunklen, abgründigen Songs, deren Klangfarben uns ohne viele Worte alles erzählen. Ich leide, also bin ich. (Siehe auch Einleitung zur Titelgeschichte.) Aber sie erzählen uns nicht nur von den Tiefpunkten des Lebens. Zwischen den Tönen schimmern Nuancen von einer besseren Welt, erzählt der getragene Gestus mit einer Gänsehaut fabrizierenden Eindringlichkeit von den Möglichkeiten der individuellen Handhabe und auch von Gesellschaft, Kollektiv-Konstellationen als realen Optionen. Hier spielen uns die Streicher keine falsche Hollywood-Hoffnung vor, sondern sind ehrlich an der Waage des Lebens - auch wenn das nicht immer guttut, ist es mehr als nötig. Ein aufgewühlter



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aus Intro #79 (November 2000)
 
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