BEWERTEN
 

Limp Bizkit

»Chocolate Starfish And The Hot Dog Flavoured Water«

[Flip / Interscope Records / Motor]

Text: Autor unbekannt

Es sitzt etwas im Haus, das hat sich da so dick und fett eingemuckelt, dass es ums Verrecken nicht mehr hinauswill. Voilà, hier kommt die Lizenz zum Drinbleiben: um der damit verbundenen Privilegien nicht etwa verlustig zu gehen, servieren Limp Bizkit eine hübsche Portion Nachschlag zum Smasher “Significant Other”. Never change a winning theme: schmeckt doch das hier kredenzte Allerlei genauso wie jenes zuvor, nett für die, die davon nicht genug bekamen, unerfreulich für jene, die sich den Magen verhoben, und gut für mich, weil ich da nicht so ganz genau zugehört habe und mich jetzt amüsiert zeigen darf. Mochte der Vorgänger noch mit Fug und Recht als eine Frischzellenkur in Sachen Spielwitz bezeichnet werden, so ist nun Stagnation auf hohem Niveau Trumpf.

Ist der Ruf erst zementiert - wer den Maßstab setzt, darf das und sagt an. Durst & Co. wissen’s und lassen uns nichts nach - das bewährte Reglerdrehgespann Date/Wallace stärkt ihnen das Rückgrat und setzt im Bereich des technischen Standards Duftmarken. Punktlandung im Bereich fettproduzierter Tanzmusik. Das poppige Lied, bekannt aus Radio und Tonfilm, ist auch dabei und bringt Abwechslung ins zunächst dominierende Bündnis für Brettgitarren. Der Schwerpunkt des musikalischen Interesses verlagert sich im weiteren Verlauf hin zu den zunächst als Beiwerk fungierenden elektronischen Bindemitteln; wenn man ihnen zuviel Raum lässt, sind sie gleich mit pluckernden Passagen am Start. “I Know Why You Wanna Hate Me” ist “Fuck You I Won’t Do What You Told Me”, der Brisanz entkleidet und Entertainment pur, damit in der Konsequenz ehrlicher und nie der Gefahr des Scheiterns ausgesetzt. “If You Never Try Then You Never Know The Grass Could Be Greener” ist das ur-amerikanische Klischee als Graswurzel-Revolution in a Funky-HipHop-Kreuzüber-Style. Frag nicht, was dein Land dir antut. Statt dessen D.I.Y. nebst gelebter Solidarität: haben Limp Bizkit doch zwar nicht gleich Mumia persönlich, aber immerhin Scott Weiland aus dem Knast befreit, damit über den Teilzeit-Stonetemplepiloten linienhafter Gesang Einzug hält (“Hold On”). Wo die Musik spielt, greifen auch DMX, Method Man und Redman Credits ab. Während Fishbone vor 233 Handverlesenen brillieren. And the winner is.



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