BEWERTEN
 

Thomas Steinfeld

»Riff - Tonspuren des Lebens«

[DuMont, 271 S., DM 38,- / VÖ: 02.07.1999 ]

Text: Autor unbekannt

Wer kennt sie nicht, die fahrenden Discos: Der Bass wummert und das Nummernschild schnarrt im Takt. Die Fahrer genießen die dichte Atmosphäre, den hermetischen Raum, den sie sich mit der Musik schaffen. Raum durch Musik, Raum in Musik, Identität durch Musik, das sind drei wichtige Stichpunkte für Thomas Steinfeld. Und die Tatsache, dass Popmusik DIE Kunstform des 20. Jahrhunderts ist. In einem Fluss von Bildern durchwandert der Autor Kultur-Landschaften und lässt an deren Kreuzungspunkten Kunst assoziativ in Dialog treten. Er fragt mit Pop, antwortet mit einem Film, stellt eine Gegenfrage mit einem Bild, um eine mögliche Antwort in der Literatur zu finden: Der Schrei aus einem Pink Floyd-Song als Antwort auf die Sprachlosigkeit der Filme Michelangelo Antonionis.

Das Schlagzeug Keith Moons als Krach-Zeit-Maschine des Futuristen Luigi Russolo, entworfen 1913 in “Die Kunst des Geräuschs”. Ganz nebenbei zeigt Steinfeld, wie das von hochkultureller Seite verschmähte Populäre mit einfachsten Mitteln große Kunstwerke entwirft, zum Vollstrecker avantgardistischer Ideen wird und ebenjene Hochkultur “unterwandert”. Es ist die Lust, in Bildern zu schwelgen, die dieses Buch so faszinierend macht. Nicht ganz so hell wie Kodwo Eshuns Sonne, aber bestimmt genauso anregend und mit einem zarten poetischen Unterton. Ein bemerkenswertes Buch über Popmusik.



Artikel kommentieren
aus Intro #79 (November 2000)
 
  • Mehr Infos

  •  
  • Diese User besitzen die Platte

  •  
 
 

Social Network Login




Logge dich schnell und einfach mit deinen Social-Network-Zugangsdaten bei uns ein.
 
 
  • WEITERE PLATTEN

  •  
 

Platten der Woche

Platten der Woche

Die wichtigsten Neuerscheinungen im Überblick! [...mehr]

 

Platten der Woche

Platten der Woche

Die wichtigsten Neuerscheinungen im Überblick! [...mehr]