BEWERTEN
 

Monster Magnet

»God Says No«

[A&M Music / Motor / VÖ: 30.10.2000 ]

Text: Autor unbekannt

Vorbei die Zeit, in der man Monster Magnet nur mit exzessivem Drogenkonsum und demzufolge psychedelisch-abgefahrenen Alben in Verbindung bringen konnte. Laut Familienvater Dave Wyndorf haben Drogen mit Kreativität rein gar nichts (mehr) zu tun, sondern sind nur Konsumgut, um der traurigen Realität zu entfliehen. Diese Worte vom einstigen Drogenpapst stimmen nachdenklich, lernte ich doch gerade die drogengeschwängerten Alben “Spine Of God” und “Tab 25” lieben. Hört man aber “God Says No” das erste Mal, entsteht der Eindruck, als hätten die Magneten gerade bei dieser Produktion mal wieder zu tief ins Reagenzgläschen geschaut.

Tatsächlich erinnern “Melt”, “Queen Of You” und das bombastische “Cry” an die gute alte Zeit, in der Dave bei Liveauftritten vor lauter grünen Schwaden im Kopf schon mal den Songtext vergaß. Monster Magnet sind einen Schritt zurück gegangen, haben sich alter Tugenden erinnert, nur um mit “God Says No” wieder allen anderen drei Schritte voraus zu sein. Nach dem doch leicht enttäuschenden “Powertrip” verpassen mir straighte Rocksongs wie die Single “Heads Explode” (in allen Medien auf Heavy Rotation) angenehme Schauer. Der Albumtitel dient als Synonym für den heutigen “Unterhaltungsfaschismus” und Retortenkünstler à la Britney Spears, die Wyndorf selbst nur noch zum Kotzen bringen. Gott steht für Hollywood und all die Dekadenz, Rock steht als Mahner und Dave als Philosoph und Gesellschaftskritiker - obwohl Monster Magnet ja nie groß zu politischen Aussagen neigten. “God Says No”, meiner Meinung nach das beste Album seit “Spine Of God”, ist mit Recht als Spektakel zu bezeichnen und weist uns den Weg ins Jahr eins nach dem viel gefeierten Millennium. Und wenn ich es als richtungsweisend bezeichne, freue ich mich auf das, was kommen möge, und sage ja, auch wenn Gott anderer Meinung sein sollte.



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