BEWERTEN
 

Placebo

»Black Market Music«

[Hut / Virgin / VÖ: 06.10.2000 ]

Text: Autor unbekannt

Apokalyptische, Zierat-lose Testosteron-Gitarrenwände, die keine Gefangenen machen, treffen auf das hinreichend bekannte, quäkende, mit Polarisierungspotenzial begabte Tremolo Brian Molkos, der beim difficult third album einmal mehr klingt wie Bauhaus-Boss a. D. Peter Murphy 1979 an einem rabenschwarzen Wintertag. Bemerkenswert die Kompromisslosigkeit, mit der sich nach den Erfolgen der Vorgänger noch beharrlicher geweigert wird, nur einen Schritt auf das Bedürfnis größerer Marktsegmente nach sanfter Feierabendsäuselei und Feuerzeugromantik zuzugehen. Zugegeben, das Gros der juvenilen Texte, in denen sich das lyrische Ich als augenumschattet-glamouröses, innerlich zerrissenes gesellschaftliches Opfer des Vorurteils gegenüber der Ambivalenz inszeniert, ist nüchtern nur schwer zu ertragen.

Auch eine der schlimmsten Songarten im Rock, der Drogenwarnsong („Commercial For Levi“), bedarf der Ausschaltung jeden kritischen Bewusstseins. Doch hier stehen die Zeichen halt auf Adonis und nicht auf Adorno, und schließlich wissen wir seit dem englischen Romantiker Mr. Coleridge, dass es bei Kunst immer auch um „the willing suspension of disbelief“ geht, was das Ganze sogar interaktiv macht.



Artikel kommentieren
 
  • Mehr Infos

  •  
Placebo
Alle Artikel von Autor unbekannt
 
 

Social Network Login




Logge dich schnell und einfach mit deinen Social-Network-Zugangsdaten bei uns ein.
 
 
  • Nächste Tour-Termine

  •  
 
  • WEITERE PLATTEN

  •  
 
  • ÄHNLICHE PLATTEN

  •  
 
 
Anzeige
 
  • THREADS ZU DIESEM ALBUM

  •  
 

Platten in einem Satz

Platten in einem Satz

Neu bei Intro: Plattenkritiken in SMS-Länge! Die besten "Oneliner" gibt's hier.