BEWERTEN
 

Kiss Psycho Circus: The Nightmare Child

»Take 2 Interactive«

[für PC]

Text: Autor unbekannt

Man soll sich bei Spielen auf die wesentlichen Elemente einer Gattung beschränken, haben die Programmierer von „Kiss Psycho Circus“ wohl gedacht: Ein Egoshooter ist ein Egoshooter ist ein Egoshooter. Weg mit der pathetischen Rahmenhandlung, bloß keine komplizierten Rätsel, und Jump-and-Run-Elemente nur so schwer, dass man sie auch im Vollrausch beim zweiten Versuch schafft. Was man statt dessen braucht, sind eine halbwegs abwechslungsreiche Spiellandschaft, flüssige Grafik, präzise Steuerung und massenhaft eklige Monster, die mit reichlich Munition in den Monsterhimmel geschickt werden wollen. Soweit alle Kriterien erfüllt.
Aber jetzt mal von Anfang an: Mit vier verschiedenen Charakteren gilt es sich durch 16 Welten zu ballern.

Durch das Sammeln von Rüstungsteilen sollte sich jede Figur am Ende ihrer Mission in ein stattliches Mitglied von Kiss verwandelt und die Welt Stück für Stück vom bösen Fluch und den dazugehörigen Kreaturen befreit haben. Die Welten, durch die die Helden laufen, reichen von mittelalterlich bis futuristisch und führen am Ende jede der vier Episoden in eine skurrile Zirkuswelt. Alles ist recht detailliert und atmosphärisch gestaltet. Untermalt von Kiss-Musik und guten Soundeffekten, ist alles voll von fiesen Gegnern, die zwar so gut wie keine Intelligenz besitzen, aber häufig in recht gemeinen Kombinationen auftreten, so dass taktisches Geschick gefordert ist. Eine kniffelige Besonderheit sind die Monster-Brutmaschinen, die einem so lange neue Viecher vor die Nase mutieren, bis man sie zerstört hat. Dagegen sind die Endgegner mit schweren Waffen ziemlich einfach wegzupusten. Apropos Waffen: da wurde dann doch zu sehr gespart. Sechs verschiedene Kampfgeräte stehen zur Verfügung, die bei allen Charakteren gleich funktionieren, auch wenn sie mal anders aussehen. Das ist zu eintönig. Völlig fehlen Waffen zum Über-Eck-Schießen und mit Zoom-Funktion. Somit ist die Devise: dem Feind immer schön ins Auge geschaut und ordentlich draufgehalten.
Da es kein blödes Rumgerenne durch Gegner-leere Gänge auf der Suche nach irgendeinem Artefakt oder nur die verzweifelte Suche nach dem richtigen Weg gibt, spielt sich „Kiss Psycho Circus“ angenehm schnell und kurzweilig. Für einen bleibenden Eindruck oder Kultstatus wird es aber nur bei den Fans der Fledermausrocker reichen.



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aus Intro #78 (Oktober 2000)
 
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