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Sparks

»Balls«

[Strangeways / Indigo / VÖ: 28.08.2000 ]

Text: Autor unbekannt

Die schrillen zwei. Die ungleichen Brüder. Bizarr. Skurril. Blab. Interessiert das wirklich noch jemanden?! Befürchtungsweise ja, obwohl’s doch Besseres zu hören gibt für den, der Ohren dafür hat und warten konnte. „Balls“, das neue Album der Sparks, markiert das Ende einer Odyssee, die von einem Major zum nächsten und von dort schließlich in den sicheren Hafen eines relativ gut beleumundeten deutschen Kleinlabels führte, wo „Balls“ nun, nach einem Jahr auf Eis, endlich erscheint. Alsdann, das Warten hat sich gelohnt. Das Album ist hervorragend, eins, das niemand sonst hätte machen können als die Brüder Mael, die sind, was sie immer waren: in Bewegung.

Und ja, auch extravagant, aber eben nicht wie eh und je. Russells Entwicklung als Sänger ist symptomatisch für die Entwicklung der Sparks: er, der Anfang der 70er „This Town Ain’t Big Enough For Both Of Us“ mit so hoher Stimme und ausreichend Hektik sang, dass ein verwirrter englischer Journalist ihn für eine japanische Sängerin hielt, singt heute (wie schon seit Jahren) eine Oktave drunter und nachgerade exzentrisch unspektakulär, ohne seine besondere Androgynität zu verlieren. Und so sind auch Rons neue Songs heute reifer, eleganter, ist die Schrillness vergangener Tage einer besonders subtilen Ironie gewichen. Der Titeltrack klingt wie Bis als bekennende Erwachsene, „Aeroflot“ rockt ein bisschen (für Sparks-Verhältnisse), und „More Than A Sex Machine“, this year’s leicht sinistre Euro-Disco-Hymne, wird man schon nicht mehr los, bevor man’s wirklich bewusst wahrgenommen hat. Komplett computeranimiert mit humanoider Schlagzeugerin als Scharnier (damit’s auch klappt zwischen den zwei Männern): sehr gut, kommt sehr gut.



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